Umstellung dauert viel länger als geplant

Bundeswehr-Soldaten müssen bis 2022 auf neue Stiefel warten

© dpa, Patrick Seeger, pse hak kat axs wst

28. August 2019 - 8:11 Uhr

"Als würden Feuerwehrleute Brände in Pantoffeln löschen“

Für viele Frauen ein absoluter Alptraum: sie brauchen dringend neue Schuhe und wissen auch schon ganz genau, welche es sein sollen. Und dann das: es gibt Lieferprobleme, die neuen Lieblinge kommen erst 2022… Das passiert gerade bei der Bundeswehr, und die hat wirklich keine ausgefallenen Modelle mit extravaganten Absätzen, roten Sohlen oder zierlichen Riemchen bestellt. Sondern Kampfstiefel. Zwei Paar für jeden. Bis die ganze Truppe mit den neuen Modellen dieser Spezialschuhe ausgestattet ist, dauert es noch knapp drei Jahre!

160.000 Soldaten warten noch auf "Kampfstiefel, leicht"

Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann hervor, wie der "Tagesspiegel" berichtet.

Der Zeitung zufolge hätten alle Angehörigen der Streitkräfte eigentlich bereits bis Ende 2020 neue Schuhe erhalten sollen. "Aufgrund begrenzter Produktionskapazitäten der Industrie ließ sich dieser Zeitansatz jedoch nicht halten", teilte das Ministerium dem Blatt mit.

Der Wechsel vom "Ganzjahresschuh" auf zwei Paar vom "Kampfschuh, schwer" und ein Paar vom "Kampfschuh, leicht" ist dem Zeitungsbericht zufolge seit 2016 geplant. Laut der Antwort an Strack-Zimmermann haben inzwischen zwar gut 160.000 der knapp 183.000 Soldaten ein erstes Paar des schweren, schwarzen Kampfschuhs - das zweite fehlt aber noch. Den leichten Schuh haben demnach nur gut 31.000 Soldatinnen und Soldaten.

Strack-Zimmermann kritisierte, dass die Ausrüstung der gesamten Truppe mit den neuen Schuhen so lange dauere. "Das ist schließlich keine Frage der Mode, sondern eine der Sicherheit", sagte die Verteidigungspolitikerin. "Man stelle sich vor, Feuerwehrleute würden Brände in Pantoffeln löschen."