Bundestrainer Joachim Löw kritisiert seinen ehemaligen Kapitän Philipp Lahm

© dpa, Boris Roessler, brx kde

20. Juli 2018 - 15:36 Uhr

Joachim Löw kontra Philipp Lahm

Joachim Löw ist wenig begeistert von den jüngsten Äußerungen, die Philipp Lahm nach der WM gemacht hat. "Ich habe es natürlich vernommen, ich finde das in der Art und Weise nicht so richtig", kritisierte der Bundestrainer seinen WM-Kapitän von 2014.

Joachim Löw setzte auf Vertrauen und Kommunikation

Der 34-Jährige hatte nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft in Russland mit seinen Ratschlägen an Löw Wirbel entfacht. Lahm hatte Löw zu einem anderen Führungsstil der neuen Generation geraten, straffer und weniger kollegial. "Wir haben immer auf Vertrauen und Kommunikation gesetzt", wehrte sich Löw. Dies habe man "die letzten Jahre immer hervorragend geschafft auf unserem Weg, der uns auch zu vielen Erfolgen geführt hat. Deshalb war das in diesem Fall nicht sehr erfreulich für mich."

Weitere Ergebnisse der WM-Analyse stellte die sportliche Leitung des DFB um Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff dem DFB-Präsidium vor.

Schwachstellen ausgemacht

Außerdem stellte der Bundestrainer zum ersten Mal konkrete Schwachstellen heraus, an denen in Zukunft gezielt gearbeitet werden soll. "Zwei ganz wesentliche Punkte, an denen wir ansetzen wollen, liegen in der Einstellung und in unserer Spielauffassung", sagte Löw in einem Interview auf der DFB-Homepage.

"Es muss uns wieder gelingen, wie in den Jahren zuvor, dass man unseren Spielern die Freude, den Spaß, die Leidenschaft für Deutschland zu spielen anmerkt - auf und neben dem Platz", fügte der 58-Jährige hinzu.

Joachim Löw kündigt erst Gespräche und dann Entscheidungen an

Er habe nach der WM den Spielern gesagt, "dass es für sie wichtig ist, in den Urlaub zu gehen, Ruhe und Abstand zu haben und sich auch Gedanken zu machen. Deswegen haben sie bitte Verständnis, weil das ein sehr sensibles Thema ist."

Der 58-Jährige wolle "ab jetzt mit den Spielern die Gespräche suchen. Dann werden wir auch in personeller Hinsicht Entscheidungen treffen."

Seit dem Abschied aus Russland habe er zusammen mit seinen Assistenten Marcus Sorg und Thomas Schneider sowie mit Oliver Bierhoff "ständig" an einer Analyse gearbeitet. "Das Trainerteam hat sich mehrfach getroffen. Wir haben wahnsinnig viele Daten gesammelt. Natürlich wollten wir auch das Ende dieser WM abwarten, um zu sehen, wo geht der Trend im Fußball hin, wer wird Weltmeister."