Düstere Prognose für seine SPD

Alt-Kanzler Gerhard Schröder sieht eine schwarz-grüne Koalition kommen

Bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr sieht Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder seine Partei nicht an der Regierungsbildung beteiligt.
© dpa, Kay Nietfeld, nie lop

06. August 2020 - 13:12 Uhr

SPD nicht an der Regierung beteiligt

Bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr sieht Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder seine Partei nicht an der Regierungsbildung beteiligt. "Ich glaube, dass die nächste Regierung eher schwarz-grün werden wird. Wenn man mal die Umfragen sich genau anschaut, dann wird das so sein", sagte der Altkanzler am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Nachrichtenportals "The Pioneer".

Schröder: Grünen sind längst eine konservative Partei

Die aktuellen Umfragezahlen stützen seine These: Im RTL/ntv Trendbarometer liegt die Union bei der Sonntagsfrage bei 38 Prozent, während die Grünen auf 18 Prozent und die SPD auf 14 kommen. Laut Gerhard Schröder werde der nächste "Kandidat der CDU" gleichzeitig auch Kanzler. Darüber hinaus schätzt der Sozialdemokrat die Grünen genauso stark oder sogar stärker als die SPD ein. Längst seien die Grünen eine konservative Partei: "Und deswegen wird es nach meiner Meinung – egal, wen die SPD aufstellt – eine schwarz-grüne Regierung geben".

Wer wird Kanzlerkandidat oder Kanzlerkandidatin bei der SPD?

Für eine Kanzlerkandidatur bei den Sozialdemokraten sieht Schröder Bundesfinanzminister Olaf Scholz ganz vorne. Neben Scholz dürfe aber auch Arbeitsminister Hubertus Heil nicht unterschätzt werden. Ganz egal wen die SPD am Ende aufstellt, laut Schröder solle die SPD bald "ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten herausstellen".

Schröder hofft auf zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Altkanzler Gerhard Schröder (l) und der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, unterhalten sich am 12.03.2013 in Berlin vor Beginn der SPD-Fraktionssitzung. Foto: Soeren Stache/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Schröder hofft auf eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (Archivbild)
© dpa, Soeren Stache

Gleichzeitig sprach sich Schröder für eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus. Er würde sich eine zweite Amtszeit wünschen, da Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender das Land auf eine angenehme, zurückhaltende, aber zugleich moderne Weise repräsentierten. "Besser ist Deutschland selten repräsentiert worden", sagte Schröder gegenüber dem Nachrichtenportal "The Pioneer".

Der frühere Bundeskanzler geht aber nicht davon aus, dass Steinmeier von sich aus eine zweite Amtszeit vorschlagen wird. Und das muss Schröder ganz gut einschätzen können, schließlich war Steinmeier zwischen 1999 und 2005 als Kanzleramtschef einer der engsten Vertrauten des Alt-Kanzlers.

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