Digitale Sprachassistent werden immer beliebter

Bundestag warnt: "Alexa" gefährlich für Kinder

© dpa, Britta Pedersen, axs wst jai gfh

11. Juli 2019 - 8:25 Uhr

Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes

"Alexa", "Siri", "Cortana": Es reicht aus, die immer beliebter werdenden Sprachassistenten beim Namen zu nennen und schon sind die Damen "betriebsbereit". Man kann sie nach dem Wetter fragen, sie einen Witz erzählen oder sie Dinge online shoppen lassen. Doch Experten raten zur Vorsicht.

Kinder könnten vertrauliche Informationen verraten

Prompts on how to use Amazon's Alexa personal assistant are seen alongside an Amazon Echo in an Amazon ‘experience center’  in Vallejo, California, U.S., May 8, 2018. Picture taken on May 8, 2018. REUTERS/Elijah Nouvelage
Sprachassistenten werden immer beliebter.
© REUTERS, Elijah Nouvelage, HK/EN yh

Ein neues Bundestags-Gutachten sieht bei dem digitalen Aufzeichnungssystem "Alexa" Risiken für Besucher und Kinder. Braucht Deutschland schärfere Gesetze?

Nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags birgt die Sprachsteuerung Risiken für Minderjährige. Es besteht die Gefahr, dass Kinder persönliche Informationen über die Sprachsteuerung preisgeben oder ganz einfach mit ihrer Stimme abrufen könnten, die für sie aber nicht geeignet sind.

Auch Besucher könnten von den Risiken betroffen sein, da sie nicht wissen, ob die Software gerade aufzeichnet oder nicht.

Was passiert mit den gesammelten Daten von Alexa?

Zwar komme Amazon der Pflicht zur Informationsvermittlung bei der Datennutzung ausreichend nach. Es bleibe jedoch offen, "wie unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung ausgeschlossen werden können.", heißt es in dem Gutachten.

Außerdem ist unklar, "zu welchen weiteren Zwecken Amazon seine Daten zukünftig nutzen könnte". Auch ein Datendiebstahl aus der Amazon Cloud könne nicht ausgeschlossen werden. Für den Wissenschaftlichen Dienst seien Angaben zur Speicherdauer aus den Nutzungsbedingungen nicht ersichtlich.​

Individuelles Stimmprofil nicht sicher

Back view of little boy and girl washing dishes in the kitchen model released Symbolfoto property released PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LITF000235
Kinder könnten mit ihrer Stimme Vertrauliches preisgeben. .
© imago images / Westend61, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Amazon bietet den Nutzern von "Alexa" zwar neuerdings mit dem Befehl "Alexa, lerne meine Stimme" die Möglichkeit, ein persönliches Stimmprofil einzurichten. Die Stimmprofile werden aber nach Angaben eines Amazon-Sprechers nur genutzt, "um das individuelle Nutzererlebnis zu verbessern". Auf den Befehl "Computer, spiele Musik" hin werden beispielsweise für verschiedene Profile unterschiedliche Titel abgespielt.

Das Gerät für Kinder oder Mitbewohner zu sperren, erlaubt die neue Stimmerkennung aber nicht. "Eine zweifelsfreie biometrische Identifizierung, die Voraussetzung für das Sperren einzelner Profile, beziehungsweise die Deaktivierung von Sprachaufzeichnung einzelner Nutzer wäre, findet über Stimmprofile nicht statt", erklärte der Sprecher.