Auto fahren, fliegen und heizen werden teurer

Bundestag beschließt Klimaschutzgesetze: Wir alle werden davon etwas merken

Die Auswirkungen der neuen Klimaschutzgesetze werden alle spüren, die Auto fahren, heizen oder fliegen.
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15. November 2019 - 13:12 Uhr

Jeder, der heizt, tankt, pendelt oder fliegt, wird die Klimaschutzgesetze spüren

Der Bundestag hat das umstrittene Klimaschutzpaket der Bundesregierung in großen Teilen beschlossen. Die Auswirkungen der Gesetze werden wir alle spüren. Wer heizt, tankt, pendelt oder fliegt, muss mit Änderungen rechnen. Denn bald sollen Sprit, Gas und Heizöl teurer werden. Auch wer fliegen will, muss bald tiefer in die Tasche greifen. Ob das reicht, um die Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen, muss sich zeigen.

Klimaschutz: Was genau kommt jetzt auf uns zu?

Vorausgesetzt der Bundestag stimmt dem Klimaschutzprogramm ebenfalls zu, werden Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas bald teurer. Unternehmen, die fossile Kraft- und Heizstoffe in Umlauf bringen, müssen dann nachweisen, wieviel Treibhausgas dadurch freigesetzt wird. Dieses CO2 wird besteuert. 2021 soll eine Tonne CO2 erst einmal zehn Euro kosten. Der Preis soll dann bis 2025 nach und nach auf 35 Euro steigen. Konkret bedeutet das: Ein Liter Benzin wird knapp 10 Cent teurer, ein Liter Diesel oder Heizöl etwa elf Cent.

Fliegen wird bis zu 18 Euro teurer

Fliegen wird teurer
Auch die Steuer auf Flugtickets soll steigen.
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Auch Fliegen wird bald teurer, denn auch die Steuer auf Flugtickets soll erhöht werden. Stimmt der Bundesrat zu, müssen wir ab April 2020 für Inlandsfüge und Flüge innerhalb der EU fünf Euro mehr, für Flüge bis 6.000 Kilometer zehn Euro mehr und für alle weiteren Strecken 18 Euro mehr Luftverkehrssteuer zahlen.

Klimaschutzpaket sieht auch Entlastungen für Pendler oder Hausbesitzer vor

Tanken wird zwar teurer - doch Pendler sollen gleichzeitig entlastet werden. Um auszugleichen, dass die Diesel- und Benzinpreise steigen, wird die Pendlerpauschale angehoben. Ab dem 21. Kilometer können Pendler dann 35 Cent statt 30 Cent pro Kilometer pro Arbeitstag von der Steuer absetzen. Wer wenig verdient und keine Steuern zahlt, soll das Geld über eine Mobilitätsprämie überwiesen bekommen.

Auch wer sein Haus saniert kann mit Steuerentlastungen rechnen. Wer in seiner Eigentumswohnung oder in seinem Haus Wände, Decken oder Dach dämmt, Fenster, Türen, Lüftungen oder Heizung erneuert oder digitale Anlagen zum Energiesparen einbaut, soll ab 2020 über drei Jahre steuerlich gefördert werden. Die Immobilie muss dafür allerdings älter als zehn Jahre sein.

Reichen die Maßnahmen, um die Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen?

Abstimmung über Klimaschutz im Bundestag
Der Bundestag hat das Klimaschutzpaket der Bundesregierung beschlossen.
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Die Grünen kritisieren, dass die von Union und SPD auf den Weg gebrachten Maßnahmen nicht ausreichen. Deutschland werde so seine Klimaziele nicht erreichen. Viele Maßnahmen seien im besten Fall ungenügend, im schlechtesten Fall kontraproduktiv. Fachleute kritisieren zum Beispiel, dass der Einstiegspreis von zehn Euro pro freigesetzter Tonne CO2 zu gering sei, um Unternehmen und Bürger zum Umdenken zu bewegen. "Der Tag heute ist ein weiterer schlechter Tag für den Klimaschutz", sagte Fraktionschef Anton Hofreiter. "Sie sind an der Menschheitsaufgabe gescheitert."