Bundespolizei gelingt Schlag gegen Schleuser-Netzwerk

© dpa, Frank Rumpenhorst

16. Dezember 2014 - 20:44 Uhr

Beschuldigte sollen 700 Menschen aus Afrika nach Deutschland geschleust haben

Die Polizei in Deutschland und Italien hat gemeinsam ein internationales Schleuser-Netzwerk zerschlagen. Neun Beschuldigte wurden im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum Dortmund und in Hamburg festgenommen, darunter war eine Frau. Ein zehnter Verdächtiger ging der Polizei in Italien ins Netz. Bei der Durchsuchung von 25 Wohnungen in Deutschland wurde zudem umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, wie die Ermittler mitteilten.

Die Verdächtigen im Alter von 19 bis 38 Jahren sollen die Schleusung von Menschen aus dem nordostafrikanischen Eritrea von Italien nach Deutschland und in andere Staaten organisiert haben. Sie sollen dafür viel Geld kassiert haben. Die Ermittler gehen von mehr als 700 eingeschleusten Menschen aus.

Rund 400 Einsatzkräfte waren dabei, als die Wohnungen durchsucht und sieben Verdächtige festgenommen wurden. Zwei weitere verdächtige Männer waren bereits vor einer Woche in Frankfurt festgenommen worden, weil sie sich nach Kanada absetzen wollten und einer in den Besitz einer Schusswaffe gelangt war.

Parallel dazu ging die Polizei in Italien gegen die Schleuserbande vor. Sie nahm auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Dortmund einen Mann fest, der mit europäischem Haftbefehl gesucht wurde. Seine Auslieferung nach Deutschland wird beantragt.