Gefahr für die Sicherheit in deutschen Stadien

Salafisten für Bundesligisten als Stadion-Security im Einsatz

© dpa, Julian Stratenschulte

22. Juli 2019 - 12:18 Uhr

Behörden sprechen von "Sicherheitsrisiko"

Bei den deutschen Sicherheitsbehörden schrillen die Alarmglocken: Salafisten haben offenbar als Security-Mitarbeiter bei den Bundesligisten Werder Bremen und SC Paderborn gearbeitet. Die Gewerkschaft der Polizei spricht von einem "Sicherheitsrisiko".

Sympathie für Pariser Attentat

Nach WDR-Informaionen sollen zwei Sicherheitsktäfte, die Bremen und Paderborn bei Bundesligaspielen im Einsatz waren, Kontakt zur gewaltbereiten islamistischen Szene haben. Bei den Männern handelt es sich um tschetschenische Brüder.

Fotos bei Instagram zeigen die Männer mit gewaltbereiten Gefährdern, die später untergetaucht und ausgereist waren. Islam M., einer der Brüder, wurde 2015 zu einer Arreststrafe verurteilt, weil er Sympathie für das Attentat auf die Pariser Satirezeitschrift Charlie Hebdo bekundet hatte, bei dem 13 Menschen starben.

Auch sein Bruder Shamil M. wurde damals auffällig. In einem Internet-Chat wurde er gefragt: Was ist für Dich ein schöner Tag? Er antwortete: "Allahu akbar" und setzte drei Bombensymbole dahinter. Nach Angaben der Herforder Initiative "extrem dagegen", die diese Szene beobachtet, waren die Sicherheitsleute schon vor Jahren gemeinsam mit ihrem Vater bei Koran-Verteilaktionen.

Eine Horrorvorstellung

"Bei den Erkenntnissen, die jetzt da im Raum stehen, ist auf jeden Fall ein Sicherheitsrisiko erkennbar. Das darf so nicht passieren. Da müssen die Vereine und die DFL auch reagieren in ihrem eigenen Interesse. Das ist ziemlich geboten", sagte Michael Mertens, stellvetretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, dem WDR.

Die Vereine geben sich bislang ahnungslos. Man wolle den Sachverhalt prüfen. Werder weist darauf hin, dass eine Bremer Sicherheitsfirma die beiden Mitarbeiter von einem Subunternehmen aus Paderborn erhalten habe. Mittlerweile ist der Staatsschutz eingeschaltet. Gewaltbereite Salafisten in vollen Fußball-Stadien. Eine Horrorvorstellung.