Sechswöchiger Testbetrieb

Einigung: Bundesliga wieder vor Zuschauern

Dynamo Dresden v Hamburger SV - DFB Cup: First Round
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16. September 2020 - 12:57 Uhr

So soll die Fan-Rückkehr in der Bundesliga laufen

Die Zeit der Geisterspiele ist vorbei – zumindest flächendeckend. Die Bundesländer haben sich kurz vor dem Start der Fußball-Bundesliga auf einheitliche Regeln zu einer Fan-Rückkehr geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Beratungen der Chefs der Staatskanzleien verständigten sich die Länder am Dienstag auf einen sechswöchigen Testbetrieb unter Corona-Bedingungen mit Zuschauern.

Die Grenze liegt bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität - 1000 Zuschauer dürfen auf jeden Fall ins Stadion oder in die Halle. Denn die Regeln gelten nicht nur für Fußball, sondern etwa auch für Handball- oder Basketballspiele.

Ende der Geisterspiele: DFB-Pokal war Testlauf

Es werden allerdings keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer oder gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist. Dieser Regelung könnte schon um Auftakt der FC Bayern zum Opfer fallen. Das Eröffnungsspiel zwischen dem Titelverteidiger und Schalke 04 am Freitag (20.30 Uhr/RTL-Liveticker) droht vor leeren Rängen stattzufinden. Die 7-Tage-Inzidenz für München liegt aktuell bei 40,09.

Am Wochenende war der DFB-Pokal eine Art Testlauf für entsprechende Hygienekonzepte. In Dresden beispielsweise sahen 10.053 Zuschauer das 4:1 von Dynamo gegen den Hamburger SV, zum Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt 98 (2:3 n.V.) kamen 5.000 Besucher. Nur 300 Zuschauer durften hingegen in NRW das 5:0 von Borussia Dortmund beim MSV Duisburg sehen.

Einheitliche Regeln - Personalisierte Tickets und Mindestabstand

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie soll es aber wichtige Einschränkungen geben. Es gibt unter anderem keine Tickets für Gäste-Fans. Die Tickets werden nur personalisiert verkauft, damit eine Nachverfolgung von Infektionsketten gewährleistet wird. Vorzugsweise soll es darum vollständig digitale Lösungen im Rahmen des Ticketings geben.

Entsprechend den jeweils geltenden Landesregeln muss ein Abstandsgebot von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies werde "insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass, ein Verbot des Ausschanks und Konsums von alkoholhaltigen Getränken sowie ein Zutrittsverbot für erkennbar alkoholisierte Personen" erreicht, heißt es in dem der dpa vorliegenden Beschluss.

Testlauf wird wissenschaftlich begleitet

Die jeweils zuständigen Sportverbände sollen den Testbetrieb wissenschaftlich begleiten. Dabei solle besonders auf die Problematiken der Aerosole, Verkehrslenkung, des Ticketing, Einlass und Verlassen des Stadions und die Unterschiede zwischen Hallen- und Freiluftsport eingegangen werden. Spätestens Ende Oktober soll nach dem Beschluss über die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb und über die Überführung in einen Dauerbetrieb entschieden werden.

RTL.de/dpa/sid