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Bundesliga: Umstrittene 50+1-Regel und Videobeweis bleiben

22.03.2018, Hessen, Frankfurt am Main: Reinhard Rauball, Präsident der DFL, erhält am Rande der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Frankfurter Flughafen eine Erklärung der Fans für den Erhalt der 50+1-Regel überreicht. Die Vert
DFL-Präsident Reinhard Rauball schielt auf die Petition der Fanverbände für die Beibehaltung der 50+1-Regel © dpa, Arne Dedert, ade nic

Profivereine stimmen für Beibehaltung der 50+1-Regel

Die Entscheidung kam überraschend, doch nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußballliga (DFL) steht fest: Für finanzkräftige Investoren bleiben die Tore im deutschen Profifußball verschlossen. Außerdem besiegelte die DFL "nebenbei" auch den dauerhaften Einsatz des Videobeweises in der Bundesliga.

"Es ist ein wichtiges Signal"

Andreas Rettig will die Einführung neuer Techniken nicht grundsätzlich ausschließen. Foto: Frank Rumpenhorst +++(c) dpa - Bildfunk+++
Zufrieden über die Entscheidung in Frankfurt: St.-Pauli-Geschäftsführer Andreas Rettig. © dpa, Frank Rumpenhorst

Die Vertreter der 36 Erst- und Zweitligisten votierten in Frankfurt am Main mehrheitlich für die Beibehaltung der umstrittenen 50+1-Regel, die eine Komplettübernahme von Vereinen durch externe Geldgeber verhindert. Dies dürfte vor allem die Fans freuen, die gegen die Abschaffung der Regel mobil gemacht hatten. Kurz vor der Versammlung hatten sie DFL-Präsident Reinhard Rauball eine Petition für den Erhalt von 50+1 übergeben.

"Allen, die es gut mit dem Fußball meinen, gefällt diese Entscheidung. Es ist ein wichtiges Signal, das davon ausgeht", sagte Andreas Rettig, der Geschäftsführer des FC St. Pauli, der den entsprechenden Antrag eingebracht hatte. Der Hamburger Zweitligist ist einer der größten Fürsprecher der 50+1-Regel, die besagt, dass Investoren in Deutschland nur die Mehrheit an einem Verein halten dürfen, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre "ununterbrochen" und "erheblich" gefördert haben. Der Fall ist das bei Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim.

50+1-Regel bleibt umstritten

22.03.2018, Hessen, Frankfurt am Main: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert greift sich während einer Pressekonferenz im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Frankfurter Flughafen an den Kopf. Die 36 deutschen F
Nachdenklich: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert - die 50+1-Regel muss noch rechtssicherer gemacht werden © dpa, Arne Dedert, ade fgj

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte die DFL noch betont, dass diesmal noch keine Entscheidung zu 50+1 fallen werde. "Lediglich der geplante Verfahrensverlauf einer Diskussion" sollte Thema sein. Doch die Befürworter der Investoren-Hürde waren in der Überzahl: 18 der anwesenden 34 Vereinsvertreter stimmten für  "einen Prozess zur Verbesserung der Rechtssicherheit sowie weitere Überlegungen hinsichtlich geänderter Rahmenbedingungen unter Beibehaltung der 50+1-Regel". Ein Trio beteiligte sich nicht an der Abstimmung, vier Vereine waren dagegen, neun Clubs enthielten sich.

"Es gab kontroverse Diskussionen. Wir haben aber einen guten Kompromiss gefunden", sagte Rettig, mahnte jedoch: "Wir dürfen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und uns neuen Entwicklungen nicht verschließen." In den kommenden Monaten solle nun darüber diskutiert werden, ob die Regelung noch rechtssicherer gemacht werden kann. "Wir werden sehen, ob es möglich ist, diese Regel und die damit verbundenen Ziele zu halten und ob das juristisch tatsächlich hält", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der die Beibehaltung von 50+1 ebenfalls grundsätzlich begrüßte.

Britische Premier League als Paradebeispiel

In den anderen europäischen Top-Ligen gibt es die 50+1-Regel nicht. Die Vereine, die zumindest über eine Reform debattieren wollten, fürchten deshalb, dass die Bundesliga im internationalen Vergleich (weiter) abgehängt wird. Für beide Seiten gilt die englische Premier League als Paradebeispiel. Zum einen fließt auf der Insel das Geld dank russischer Oligarchen, US-Investoren und arabischer Scheichs in Strömen. Zum anderen sind aber sämtliche Premier-League-Klubs fremdbestimmt; Fans und Vereinsmitglieder haben keinen Einfluss mehr.

Videobeweis in der Bundesliga bleibt

Deutlich unaufgeregter diskutierten die Vereinsvertreter über den Videobeweis, über den in der Hinrunde teils hitzig gestritten worden war. Mit großer Mehrheit sprachen sich die Profivereine für die reguläre Einführung des Videobeweises in der Bundesliga und eine Offline-Testphase der Technik in der 2. Liga ab der kommenden Saison aus. "In 49 von 68 Fällen hat der Video-Assistent klare Fehlentscheidungen korrigiert und damit für Gerechtigkeit gesorgt", sagte Rauball. Die Kosten für den Technikeinsatz in der Bundesliga tragen die Vereine, der Test in Liga zwei wird von der DFL bezahlt.

Nach der Entscheidung der Regelhüter des Weltverbandes FIFA am 3. März, die Technik offiziell zuzulassen, war die Entscheidung für den dauerhaften Einsatz des Schiedsrichter-Hilfsmittels in der Bundesliga wenig überraschend. Auch bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) wird der "VAR" (Video Assistant Referee) zum Einsatz kommen.

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