BVB-Boss über Politik verärgert

Watzke: "Populistisches Fußball-Bashing"

Hans-Joachim Watzke war mit einigen Aussagen aus der Politik nicht einverstanden
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18. Oktober 2020 - 10:09 Uhr

Hans-Joach Watzke sieht "Fußball-Bashing"

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat "populistisches Fußball-Bashing" kritisiert und dabei auch explizit auf eine Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel verwiesen.

Watzke fand Merkel-Aussage "nicht zielführend"

"Ich fand es nicht zielführend" sagte der 61-Jährige am Samstag im ZDF-"Sportstudio" bezogen auf eine vermeintliche Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Wichtigkeit des Fußballs, die er aber nicht mehr konkret in Erinnerung hatte. Merkel hatte in der Vorwoche angesichts der steigenden Corona-Zahlen und der nötigen Maßnahmen gesagt: "Man kann überlegen, ob man bei Fußballspielen weniger Leute oder gar keine hereinlässt."

Watzke sagte, es gehe "nicht darum, was wichtig ist. Es gibt immer 1000 Sachen, die wichtiger sind als die Fußball-Bundesliga. Aber wir müssen nicht die Frage nach Wichtigkeit stellen, sondern die nach Gefährdungspotenzial." Dieses sehe er "momentan" in der Bundesliga nicht, "weil sich die Leute super diszipliniert verhalten". Wegen der steigenden Corona-Zahlen sind in den meisten Bundesliga-Stadien derzeit nur wenige Hundert Zuschauer erlaubt.

Watzke: "Sonst wird es ganz eng"

Die Liga arbeite mit einem "weltweit anerkannten Topkonzept" bei der Durchführung des Spielbetriebes, sagte Watzke. Vom Fußball "geht überhaupt keine Gefahr aus", meinte der BVB-Chef, der nochmals betonte, dass die Clubs zumindest auf Geisterspiele angewiesen sind.

Die Vereine müssten "irgendwann Geld einnehmen", um nicht in große Nöte zu geraten. "Das war jetzt wieder ein Rückschlag", betonte er. "Das Spiel gegen Schalke wird uns wieder eine Million kosten, das Spiel gegen St. Petersburg genauso. Wir brauchen zumindest diese Geisterspiele, sonst wird es ganz eng."

RTL.de/dpa/sid