2019 M01 11 - 17:07 Uhr

Funkel wollte schnelle Lösung, Fortuna nicht

Friedhelm Funkels Ära bei Fortuna Düsseldorf endet nach Abschluss der laufenden Bundesliga-Saison - und damit wohl auch seine Trainer-Karriere. Wie der Club mitteilte, kam es während des Trainingslagers des Aufsteigers in Marbella (Spanien) erst gar nicht zu Vertragsgesprächen mit dem 65-Jährigen. Funkels Vertrag läuft am 30. Juni aus.

Trainer-Urgestein bricht in Tränen aus

Funkel nahm die Entscheidung mit. "Das ist meine letzte Trainerstation, weil ich niemals wieder eine Mannschaft finde, die charakterlich so stark ist", sagte er bei einer Medienrunde in Marbella mit stockender Stimme. Danach kamen dem "alten", abgezockten Bundesliga-Hasen die Tränen.

Die Fortuna habe in diesem Jahr mit dem Klassenerhalt ein "kurzfristiges Ziel", das für den Verein "von überragender Bedeutung" sei, begründete Vorstandschef Robert Schäfer den Entschluss, nicht mit Funkel zu verlängern. Der Vorstand habe daher verabredet, "konkrete Vertragsgespräche" mit Funkel "erst zu führen, wenn absehbar ist, wie sich die Spiele in der Rückrunde entwickeln".

Schäfer weiter: "Friedhelm Funkel akzeptiert diesen Standpunkt, bestand allerdings auf eine schnelle Lösung in der Winterpause. Deshalb konnten wir hier leider keinen gemeinsamen Kompromiss finden. Wir respektieren Friedhelms Entscheidung und bedauern es sehr, dass wir keine Einigung erzielen konnten."

Funkel ließ Schäfers Worte nicht ohne Kommentar stehen: "So etwas habe ich als Trainer noch nie erlebt."

Funkel der Aufstiegs-Rekordcoach

Funkel hatte die Fortuna im März 2016 übernommen, zwei Jahre später führte er die Düsseldorfer nach fünf Jahren Zweitklassigkeit wieder in die Bundesliga. Es war sein sechster Aufstieg mit einem Zweitligisten - öfter schaffte das seit Einführung der 2. Bundesliga 1973/74 kein Trainer. Nach der Hinrunde belegt die Fortuna mit 18 Punkten den 14. Tabellenplatz.