Wunden lecken in Dortmund

Bundesliga: FC Bayern ist Meister - Tristesse beim BVB

18. Mai 2019 - 22:58 Uhr

Siebter Titel in Folge

Jubel in München, Trauer im Pott: Der FC Bayern ist deutscher Meister. Am 34. und letzten Spieltag feierte die Elf von Trainer Niko Kovac einen ungefährdeten 5:1 (1:0)-Heimerfolg gegen Eintracht Frankfurt. Verfolger und Rivale Borussia Dortmund erfüllte seine Pflicht, doch der 2:0 (1:0)-Sieg bei Borussia Mönchengladbach war in der Endabrechnung zu wenig.

Für die Bayern ist es die siebte Meisterschaft in Folge, und die 29. in der Vereinsgeschichte. Für den BVB heißt es Wunden lecken – trotz einer teils überragenden Saison.

Dortmunder Führung zweifelhaft

Wer sich Hoffnungen auf ein Herzschlagfinale gemacht hatte, wurde enttäuscht. Nach einer meisterwürdigen Kombination über Robert Lewandowski und Thomas Müller schob Kingsley Coman bereits in der vierten Minute zur Führung ein. Und während die Bayern die Gäste aus Frankfurt an die Wand spielten, tat sich der BVB im Fernduell bei Borussia M'gladbach schwer.

Große Dortmunder Chancen? Mangelware. Ehe sich Marco Reus auf der linken Seite durchtankte, das Leder in den 16er hob und Sancho (44.) die Kugel volley ins Eck jagte. Da war aber doch was! Reus ließ den Ball vor der Flanke über die Torauslinie trudeln – Schiri Manuel Gräfe entschied nach Ansicht der Bilder auf Tor – 0:1. Eine diskutable Entscheidung.

Haller bringt Spannung ins Spiel

In München ließen die Hausherren zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass die bayerische Trophäensammlung einen weiteren Neuzugang erhält. Einzig die mangelnde Chancenverwertung trübte den frühsommerlichen Tag in der Allianz Arena. Ein vermeintlicher Treffer von Coman (26.) wurde nach VAR-Entscheid wieder aberkannt – zurecht.

Aus dem Nichts erwachte Frankfurt (und der Titelkampf) nach der Pause zum Leben. Sebastien Haller (50.) staubte ab - der überraschende und (unverdiente) Ausgleich für den Europapokalanwärter. Für Minuten träumte der Pott vom Wunder, Frankfurt von der Sensation, doch David Alaba (53.) brachte die Hausherren wieder auf Titelkurs.

Als nur vier Minuten später der eingewechselte Renato Sanches seinen ersten Bundesligatreffer erzielte, war die Luft (endgültig) raus aus dem Titelrennen. Da nützte den Dortmundern auch eine starke Vorstellung in Gladbach wenig - Reus (54.) traf zum 0:2.

Robbery-Show zum Abschied

Während das mögliche BVB-Wunder von M'gladbach graue Theorie blieb, begann in München die Gala der scheidenden Alt-Stars. Erst erzielte Franck Ribéry (73.) mit einem sehenswerten Chip das 4:1, fünf Minuten später setzte Arjen Robben den Schlusspunkt – sein 99. Bundesligatreffer. "Es war Wahnsinn. Heute feiern wir alle zusammen und nächste Woche setzen wir noch einen drauf", jubelte Robben.

Ein Abschied wie im Drehbuch. Bei Präsident Uli Hoeneß kullerten auf der Tribüne Krokodilstränen die roten Backen hinab.