Bundesliga | 4. Spieltag

BVB siegt bei Angstgegner Hoffenheim - Leipzig baut Tabellenführung aus

Marco Reus schießt den BVB zum Sieg in Hoffenheim
© picture alliance

17. Oktober 2020 - 17:47 Uhr

Stuttgart im Stile einer Spitzenmannschaft

Dank Kapitän Marco Reus hat es Borussia Dortmund im sechsten Anlauf geschafft, gegen Hoffenheim zu gewinnen. Beim Team von Trainer Sebastian Hoeneß setzte sich der BVB mit 1:0 durch – und sich oben in der Tabelle fest. Ebenso wie der VfB Stuttgart, der nach einem erneut souveränen Auftritt mit 2:0 bei Hertha BSC gewann. Seine Spitzenposition nach vier Spieltagen baute RB Leipzig durch ein 2:0 in Augsburg aus. Freiburg und Bremen trennten sich unentschieden. Mainz kriegte gegen Leverkusen wieder nichts auf die Kette.

FC Augsburg – RB Leipzig: 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Angelino (45.), 0:2 Poulsen (66.)

Die Augsburger machten dem alten und neuen Spitzenreiter RB Leipzig das Leben schwer, indem sie stark verteidigten. Die Bullen fanden die erste Halbzeit über kaum Lücken, kurz vor dem Pausenpfiff dann aber doch. Dani Olmo mit der Flanke auf Angelino am langen Pfosten, Kopfball, drin. Die Augsburger bis dahin offensiv viel zu harmlos. Leipzig drückte in der 2. Hälfte auf das 2:0, Dayot Upamecano konnte den Ball nach 60 Minuten nur auf die Linie, aber nicht darüber stochern.

Yussuf Poulsen machte es wenig später besser: Gerade erst eingewechselt schmetterte er den Ball mit links von halblinks per Volley in den Kasten. Sehr sehenswert! Und Spiel entscheidend. Ein verdienter Erfolg. Zur Vollständigkeit: Florian Niederlechner hatte noch die beste Chance auf den Anschlusstreffer, aber vergab frei vor RB-Keeper Peter Gulacsi (82.).

TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Reus (76.)

Lucien Favre ist offenbar ein fairer Sportsmann. Da Hoffenheim ohne den Corona-infizierten Topstürmer Andrej Kramaric antreten musste, verzichtete der BVB-Coach zunächst auf den Einsatz seines Angriffsbullen Erling Haaland. Kaum überraschend stand es nach 45 Minuten 0:0, wenngleich sich beide Teams Chancen erarbeiteten. Am nächsten dran ans Tor kam die spielbestimmende Borussia kurz vor der Pause – Thomas Meuniers Kopfball nach einer Ecke streichelte aber nur das Gebälk.

Nach einer Stunde dann hatte Favre die Faxen dick – und wechselte mit Haaland und BVB-Kapitän Marco Reus den Sieg ein. Nach einer Kopfballverlängerung startete Haaland durch und legte vor 1899-Keeper Oliver Baumann quer auf Reus, der aus sieben Metern ins verwaiste Tor traf. nach zuvor fünf sieglosen Partien gegen die TSG war es der erste Dreier der Schwarz-Gelben gegen ihren Angstgegner aus dem Kraichgau.

SC Freiburg – Werder Bremen 1:1 (1:1)

Tore: 1:0 Lienhart (15.), 1:1 Füllkrug (25./FE)

Graues Wetter, keine Zuschauer, es gab schon schönere Fußballnachmittage im Breisgau.
Dabei begann alles vielversprechend: Nach einer Ecke zog Lucas Höler ab, Philipp Lienhart steckte gekonnt den Fuß rein und Freiburg lag vorne. Fünf Minuten später jubelten die Gastgeber nur kurz über das 2:0. Jonathan Schmid wurde fix vom VAR zurückgepfiffen. Roland Sallai stand zuvor im Abseits, richtige Entscheidung. Statt die Führung auszubauen, kassierte der SCF dann den Ausgleich, Leonard Bittencourt wurde von Nicolas Höfler gelegt, Niclas Füllkrug versenkte den fälligen Elfer unter der Latte. In der Folge tauten auch die Nordlichter auf, das Spiel plötzlich ausgeglichen.

In Halbzeit zwei erspielte sich Bremen ein leichtes Plus, Chancen gab's aber hüben wie drüben. Die ganz großen Möglichkeiten blieben aus. So blieb's beim grauen 1:1 im Breisgau.

Hertha BSC vs VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Kempf (9.), 0:2 Castro (68.)

Schwabenauftritt in Berlin – was klingt wie ein gewöhnlicher Samstag in Berlin-Mitte, bezieht sich in diesem Fall auf das Gastspiel des VfB Stuttgart bei Hertha BSC vor 4000 Zuschauern im Olympiastadion. Ein erstes "Hallo-Wach" gab's für die Berliner nach sieben Minuten. Ösi-Knipser Sasa Kalajdizic köpfte eine Coulibaly-Flanke an den Pfosten. Wenige Momente später machte es Verteidiger Marc-Oliver Kempf besser. Er stirnte einen Halbfeld-Freistoß von Daniel Didavi für Hertha-Keeper Alexander Schwolow unhaltbar ins Tor.

Die Kopfschmerzen der Hertha wurden noch größer als Stürmer Peter Pekarik verletzt raus musste. Hertha wirkte nach dem frühen Rückstand verunsichert, die Angriffe verpufften an der schwäbischen Defensive. Bezeichnend: Die gefährlichste Aktion entstand aus einem Stuttgarter-Querschläger, der fast als Eigentor endete. Ebenfalls bezeichnend: Ersatzmann Lukebakio trat mit falschem Trikot seine Einwechslung an.

Nach dem Seitenwechsel ließ Kalajdzic (wieder per Kopf) das 2:0 liegen. Dann erhöhte Hertha den Druck auf das VfB-Tor. Stuttgart konzentrierte sich aufs Kontern – mit Erfolg. Castro eroberte den Ball im Mittelfeld, doppelpasste sich an den Sechzehner und ballerte den Ball ins Eck. So "erkempft" sich der Aufsteiger drei Punkte in der Hauptstadt.

Mainz 05 – Bayer Leverkusen: 0:1 (0:1)

Tor: 0:1 Alario (30.)

Ein Spiel ohne viele Höhepunkte. Wie passend, dass der Treffer nach einer Standardsituation fiel. Leon Bailey mit der Ecke, Mittelstürmer Lucas Alario mit dem Kopf. Mainz über weite Strecken ungefährlich bis verunsichert. Und Leverkusen? Es fehlten Esprit und Ideen, um den Gegner mit einem zweiten Tor zu bestrafen. Trotz des ersten Saisonerfolgs ist bei den Rheinischen mit den hehren Zielen noch mächtig Luft nach oben.

Anti-Highlight der zweiten Hälfte: Edmond Tapsoba stoppte den steil geschickten Karim Onisiwo, sah die Rote Karte (78.), durfte aber im Spiel bleiben, weil der Mainzer im Abseits gestanden hatte. Das ergab der Videobeweis. Gut, dass es dann bald vorbei war.