Torfestival in Sinsheim

Kampf um Europa: BVB liefert ab, Gladbach lässt Federn

BVB vs. Union Berlin
BVB vs. Union Berlin
© Jürgen Fromme/firo Sportphoto/pool/via Gabriel Boia / EIBNER-PRESSEFOTO..., Jürgen Fromme, Jan Fromme

21. April 2021 - 22:47 Uhr

Mainz mit wichtigem Dreier im Abstiegskampf

Dortmund Hoffnungen auf Tabellenplatz vier leben weiter. Nachdem Eintracht Frankfurt am Dienstagabend vorgelegt hatte (2:0 gegen Augsburg), zog der BVB im Duell gegen Union nach. Obwohl Shooting-Star Erling Haaland vom Punkt scheiterte, punkteten die Schwarz-Gelben ebenfalls durch ein 2:0. Das Torfestival des Abends stieg aber in Sinsheim – fünf Treffer fielen beim Duell der TSG Hoffenheim gegen Europa-Aspiranten Borussia Mönchengladbach. Turbulente 20 Minuten sorgten für die Entscheidung zugunsten der Hausherren. Einen wahren Nervenkrimi lieferten sich Bremen und Mainz – mit glücklicherem Ende für den FSV.

Borussia Dortmund - Union Berlin 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Reus (50.), 2:0 Guerreiro (88.)

Wer zu spät eingeschaltet hatte, verpasste direkt einen Lattenkracher. 12 Sekunden nach Anpfiff spielte Dortmunds Emre Can einen Fehlpass und Marcus Ingvartsen nutze die Chance und zimmerte aufs Tor, traf aber nur die Latte. Damit waren die Dortmunder dann auch wach. Das Spiel der Westfalen war stärker. Dann kam es zu einer strittigen Szene. Marco Reus wurde nur leicht von Unions Torhüter Luthe berührt, aber es reichte für einen Elfmeter. Zum Punkt ging Haaland, der sonst ziemlich treffsicher ist. Nur eben nicht vom Punkt. Er verschoß den Elfmeter, den vierten in dieser Saison. Glück, dass Marco Reus nicht nur den Strafstoß, sondern auch das Tor unbedingt wollte. In der 27. Minute stand es damit 1:0 für den BVB.

Und dann rettete das Aluminium die Dortmunder ein zweites Mal. Denn Max Kruse stellte unter Beweis, dass sein linker Fuß zu einem Kunstschuss fähig ist. So schön es auch war, es reichte nicht für einen Ausgleich. In der 88. Minute traf Raphael Guerreiro nach einem steilen Pass von Julian Brandt zum 2:0. Der Traum von der Champions League lebt damit weiter.

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TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach

Tore: 0:1 Plea (25.), 0:2 Lazaro (45.), 1:2 Kramaric (48.), 2:2 Bebou (60.), 3:2 Kramaric (65.)

Die Partie begann ziemlich defensiv. Beide Mannschaften wollten keine Fehler machen, lauerten auf eine Chance. Nach knapp einer Viertelstunde kam dann die Video-Technik zum Einsatz: Gladbachs Neuhaus wurde im Strafraum von Grillitsch am Fuß getroffen. Doch nach Überprüfung der Szene, entschied der Schiedsrichter, dass es ohne Strafstoß weiter ging. Zehn Minuten später landete der Ball dann aber auch ohne Elfmeter im Netz. Plea verwandelte eine Hereingabe von Thuram, der Posch schlecht aussehen ließ. Und obwohl Hoffenheim versuchte sich zu wehren, gelang der Elf vom Niederrhein kurz vor der Pause noch das 0:2. Lazaro traf und die Gladbacher konnten damit entspannt in die Kabine gehen.

Doch die Hoffenheimer nutzen die Erholungspause und sammelten all ihre Kräfte. Drei Minuten nach Wiederanpfiff flankte Skov die Ecke scharf rein und Kramaric verwandelte zum Anschlusstreffer. Zwar sammelten sich die Gladbacher wieder und die Hoffenheimer Stärke ließ nach, doch am Ergebnis konnte man das nicht sehen. Im Fünf-Meter-Raum traf Bebou zum 2:2. Dann ging gut ab in Sinnsheim. Kramaric erzielte seinen zweiten Treffer in der 65. Minute. Damit stand es 3:2 für die Elf von Sebastian Hoeneß. Wahnsinn! Die Hoffenheimer drehten das Spiel in nicht einmal 20 Minuten und machten aus einem 0:2 ein 3:2. Ein verdienter Sieg, der Gladbachs Europa-Pläne nicht leichter macht.

 Tor zum 2:2 durch Ihlas Bebou TSG 1899 Hoffenheim, 09, Robert Skov TSG 1899 Hoffenheim, 29, GER, TSG 1899 Hoffenheim vs. Borussia Moenchen Gladbach, Fussball, Bundesliga, 30. Spieltag, Saison 2020/2021, 21.04.2021, DFB/DFL regulations prohibit any u
Hoffenheims Ihlas Bebou (li.) jubelt mit Robert Skov
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SV Werder Bremen - 1. FSV Mainz 05 0:1 (0:1)

Tor: 0:1 Szalai (18.)

Ruhe, Ballbesitz, Dominanz? Das alles gab es am Mittwochabend im Weserstadion nicht. Stattdessen war es ein klassisches Gewusel im Abstiegskampf, in dem die Mainzer in Halbzeit eins klar das Glück auf ihrer Seite hatten. Bremens Milos Veljkovic rutschte in der 18. Minute aus, Karim Onisiwo nutzte die Gelegenheit und lief allein auf Werder-Keeper Jiri Pavlenka zu. Der parierte stark mit dem linken Fuß, der Abpraller war aber die perfekte Einladung für Adam Szalai zum 1:0. Knapp zehn Minuten wirkte Werder wie in Schock-Starre, danach erhöhten die Hausherren die Schlagzahl. Die Belohnung: Das 1:1 kurz vor der Pause nach viel Gewusel und Gestocher nach einer Ecke – und genau dafür wurde der Treffer durch den Videobeweis zurückgenommen. Kevin Möhwald soll FSV-Torwart Robin Zentner nach dessen Patzer und fehlender Kontrolle den Ball aus den Händen getreten haben. Eine sehr fragwürdige Entscheidung. Der Ausgleich wäre verdient gewesen.

Direkt nach der Halbzeit ging es munter weiter. Mainz hätte durch Szalai und Onisiwo auf 2:0 erhöhen können, Maximilian Eggestein hatte den Treffer für Bremen nach einer erneuten Ecke der Hausherren auf dem Fuß. Sein Schlenzer verfehlte den Kasten nur knapp. Mit Romano Schmid und Davie Selke brachte Werder-Coach Florian Kohfeldt noch mehr Offensiv-Power. Und Bremen gab alles, wurde für die Bemühungen aber nicht belohnt.

Fußball: 1. Bundesliga, Saison 2020/2021, 30. Spieltag, SV Werder Bremen gegen 1. FSV Mainz 05 am 21.04.2021 im Wohninvest Weserstadion in Bremen. Schiedsrichter Marco Fritz überprüft per Videobeweis das danach annullierte Tor von Kevin Möhwald Breme
Szene des Abends: Bremens 1:1 wird per Videobeweis aberkannt - eine fragwürdige Entscheidung.
© imago images/Kirchner-Media, David Inderlied/Guido Kirchner via www.imago-images.de, www.imago-images.de

VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg 1:3 (0:2)

Tore: 0:1 Schlager (13.), 0:2 Weghorst (29.), 0:3 Gerhardt (65.), 1:3 Castro (90.+2)

Es war eine rabenschwarze erste halbe Stunde für die Hausherren. Der VfB kassierte schon nach 13 Minuten das 0:1. Eine Flanke von links durch Jérôme Roussillon konnte von den Stuttgartern zwar geklärt werden, doch der Rettungsversuch landete bei Wolfsburgs Xaver Schlager. Der 23-Jährige zog voll ab, sein Distanzschuss krachte ins rechte untere Eck. 109 km/h – Keeper Kobel schaute nur hinterher.

In der 24. Minute dann der Stuttgarter Hoffnungsschimmer auf den Ausgleich. Nach Handspiel von John Anthony Brooks trat Philipp Förster zum Elfmeter an. Und scheiterte. Doppelt. Erst parierte Koen Casteels seinen Schuss, dann setzte Förster den zweiten Anlauf über den leeren Kasten. Die Quittung dafür gab es nur wenige Minuten später: Josip Brekalos Flanke von rechts verwandelte VfL-Torjäger Wout Weghorst per Kopf zum 2:0 (29.). Stuttgart blieb zwar bis zur Pause nicht chancenlos – aber ohne Glück.

Nach etwas über einer Stunde dann die Entscheidung: Brekalo suchte rechts den Weg in den Strafraum, tänzelte Waldemar Anton aus und hatte den Blick für Yannick Gerhardt am linken Strafraumeck. Von dort aus verwandelte er problemlos zum 3:0 (65.). Dass der VfB danach nur noch den Pfosten traf (80.) und Darko Churlinov es verpasste (85.), einen Fehler von Casteels zu nutzen, passte ins Bild. Immerhin: Gonzalo Castro gelang mit einem abgefälschten Schuss noch das 1:3 (90.+2). Nicht mehr als Ergebniskosmetik.

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