Erste Pflichtspiel-Pleite seit dem 7. Dezember 2019

Äh, was? Bayern gehen beim Hoeneß-Team mit 1:4 unter

28. September 2020 - 9:07 Uhr

Hoffenheim putzt die Bayern

Was Dortmund kann, kann Bayern auch – nämlich verlieren. Und wie! Eine Woche nach dem fulminanten 8:0-Start in die Bundesliga gegen Schalke folgte am 2. Spieltag bei der TSG Hoffenheim die große Ernüchterung: Der vom Supercup noch latent erschöpfte Quadruple-König ging beim Team von Uli-Hoeneß-Neffe Sebastian Hoeneß mit 1:4 unter. Für FCB-Coach Hansi Flick war es erst die dritte Niederlage in seiner Amtszeit.

Pavard patzt - Dabbur vernascht Neuer

Und gleich vorweg: Die Niederlage war verdient. Von Beginn an gingen die Kraichgauer aggressiv und spielstark zu Werke, Direkt bei der ersten Chance rappelte es im Karton: Nach einer Ecke schraubte sich Ermin Bicakcic am höchsten und wuchtete die Kugel mit dem Kopf in die Maschen. Kurz darauf wurde es richtig elegant. Einen Patzer von Benjamin Pavard nutzte Munas Dabbur mit einem schicken Lupfer über Manuel Neuer hinweg ins Tor. Es war nicht nur das schönste, sondern vermutlich auch wichtigste Tor des Israelis im 1899-Dress. In der vergangenen Saison firmierte der Stürmer noch knapp unter Fehlkauf.

Auch Kimmich kann schön - bringt aber nix

Während sich die Hausherren Chance um Chance erspielten, suchten die Bayern weiter krampfhaft nach Lücken. Das Fehlen von Topscorer Robert Lewandowski, für den Joshua Zirkzee in die Startelf rotiert war, war offensichtlich. Mit Wut im Bauch und viel Gefühl im Fuß sprach alsdann Joshua Kimmich ein Machtwort. Aus 16 Metern schlenzte der Nationalspieler den Ball in den Winkel.

Kramaric legt per Doppelpack nach

Doch auch in der zweiten Halbzeit zeigten die Hoffenheimer, dass der als Männermacher verschrieene Hoeneß diese Kunst offenbar perfekt beherrscht. Der omnipräsente Andrej Kramaric vernaschte Neuer eine Viertelstunde vor Schluss und zog den Münchnern endgültig den Stöpsel. Doch es kam noch dicker: Kurz vor Schluss senste der nach dem Supercup-Triumph gegen den FC Sevilla noch hochgelobte Neuer den eingewechselten Ihlas Bebou im Strafraum um – Kramaric verwandelte souverän zum bitteren Endstand aus Sicht der Bayern. Es war bereits der fünfte Saisontreffer des Kroaten – in zwei Spielen. Hoffenheim ist jetzt Tabellenführer, Bayern Siebter hinter Bielefeld.

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"Riesen-Wermutstropfen": Bicakcic wohl lange raus

Den Sieg mussten die Hoffenheimer aber teuer bezahlen. Bicakcic, der den Torreigen eröffnet hatte, musste kurz vor der Pause mit einer Knieverletzung vom Platz und wird der Mannschaft lange fehlen. "Das ist ein Riesen-Wermutstropfen", sagte Trainer Hoeneß. "Wir müssen aktuell davon ausgehen, dass es eine schlimmere Verletzung ist." Eine genaue Diagnose steht noch aus. Mit dem verletzten Kapitän Benjamin Hübner fehlt 1899 schon ein weiterer Innenverteidiger.

Freiburg nur remis gegen Wolfsburg

Einen Traumstart à la Hoffenheim in die neue Saison verpasste zum Abschluss des Spieltags der SC Freiburg. Eine Woche nach dem 3:2 in Stuttgart kamen die Breisgauer gegen den VfL Wolfsburg nicht über ein 1:1 hinaus. Nils Petersen (11.) brachte das überlegene Team von Trainer Christian Streich in Führung, Josip Brekalo (42.) gelang der glückliche Ausgleich noch vor der Pause.