Bundesliga 2020/21

Die wichtigsten Regeländerungen im Überblick

Laurent Jans (Kapitän Luxemburg 18) diskutiert mit Schiedsrichter Lawrence Visser (Belgien) nach Elfmeterpfiff, Emotion
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17. September 2020 - 10:29 Uhr

VAR, Handspiel, Elfmeter - die neuen Regeln

Mit ordentlicher Corona-Verspätung startet am Freitagabend (FC Bayern empfängt den FC Schalke) die Bundesliga in ihre 58. Saison. Auch in diesem Jahr hat das das International Football Association Board, kurz IFAB, einige Änderungen im Regelwerk vollzogen. Wir haben die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Der VAR darf dem Schiedsrichter eine Entscheidung empfehlen

Bislang durfte der Video-Assistent dem Referee auf dem Rasen eine offensichtliche Fehlentscheidung mitteilen, aber nicht die seiner Meinung nach zu treffende Entscheidung. Diese Einschränkung ist nun gestrichen. Der VAR dürfe den Schiedsrichter bei der Entscheidungsfindung beraten, heißt es beim IFAB. Das letzte Wort habe aber natürlich der Schiedsrichter.

Der Keeper darf sich auf der Linie mehr „leisten“

Lockerungen für die Torhüter bei Strafstößen: Leistet sich der Keeper ein offizielles Vergehen, gibt hat das keine Folgen, wenn der Elfer ohne Berührung des Torwarts nicht ins Tor geht. Ausnahme: Wenn das Vergehen den Schützen "eindeutig gestört" hat. 
Der Keeper sieht zudem nicht sofort die Gelbe Karte, sondern wird erstmal ermahnt. Falls Torwart und der Schütze beide einen Verstoß begehen, wird nur der Schütze bestraft.

Verwarnungen werden nicht ins Elferschießen mitgenommen

Nochmal Elfmeter: Im Falle eines Elfmeterschießen werden Verwarnungen aus dem bisherigen Spielerlauf nicht mehr übertragen. Bislang konnten Spieler mit Gelb-Rot vom Platz fliegen, wenn sie sich während des Elferschießens eine weitere Gelbe Karte einhandelten. Laut IFAB gehört das Elfmeterschießen aber "nicht mehr zum Spiel", diese alte Regelung ist nun also hinfällig. 

Handspiel: Die Grenze zwischen Schulter und Arm ist definiert

ARCHIV - 02.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Paderborn: Fußball: Bundesliga, SC Paderborn 07 - VfL Wolfsburg, 20. Spieltag in der Benteler-Arena. Schiedsrichter Patrick Ittrich schaut sich ein Video an. (zu dpa Bundesliga-Schiedsrichter Ittrich: Video-A
Hand oder nicht? Das Thema Handspiel wird wohl auch in der kommenden Saison wieder hitzig debattiert werden
© dpa, Friso Gentsch, bsc

Neues im ewigen Streitthema Handspiel: Das IFAB definiert die Grenze zwischen Schultern (nicht strafbar) und Arm (möglicherweise strafbar) – und zwar unten an der Achselhöhle. 

Weitere Handspielregel präzisiert

Seit der vergangenen Saison werden unabsichtliche Handspiele, die zu einer Torentstehung oder Torchance führen, konsequent abgepfiffen. Hier gibt es nun seitens des IFAB eine genauere Anweisung: Strafbar sind die unbeabsichtigten Handspiele nur, wenn der Ball von der Hand zu einem Mitspieler prallt oder umgehend ein Tor oder eine Torchance entsteht. Falls nach dem unbeabsichtigten Handspiel weitere Pässe oder Dribblings folgen, ist es nicht strafbar.

Kein Abseits bei absichtlichem Handspiel des Gegenspielers

Schon jetzt gilt: Steht ein Spieler im Abseits und wird vom Gegenspieler absichtlich angespielt, ist das Abseits aufgehoben. Nun zählt auch ein absichtliches Handspiel eines Gegenspielers zu den Aktionen, die ein Abseits aufheben.

Keine Gelbe Karten mehr nach Vorteil 

Wenn sich der Referee dazu entscheidet, trotz eines Vergehens auf dem Platz Vorteil laufen zu lassen, gibt es nachträglich keine Gelbe Karte mehr. Ausnahme: Das Foul war so hart, dass es eine Gelbe oder Rote Karte nachziehen muss. Dies bedeutet in der Praxis: Bei taktischen Fouls kann der Referee keine Gelbe Karte mehr zeigen, wenn er eine schnelle Freistoßausführung zulässt.

Torwart: Zweite Berührung bedeutet Gelb

Bei einem selbst ausgeführten Abschlag oder Freistoß dürfen Torhüter erst dann wieder den Ball berühren, wenn ein anderer Spieler in der Zwischenzeit am Ball war. Falls er es doch tut und einen aussichtsreichen Chance vereitelt, droht Gelb oder Rot.