Bundesländer rechnen mit mehr Asylbewerbern als angenommen

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt rechnet mit mehr Asylbewerbern.
Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt rechnet mit mehr Asylbewerbern.
© dpa, Carsten Rehder

22. März 2015 - 20:30 Uhr

Bundesländer sprechen sich für Anhebung der Prognose aus

Einige Bundesländer rechnen mit deutlich höheren Asylbewerberzahlen als bisher offiziell angenommen. Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt sagte der 'Welt am Sonntag': "Wenn wir unsere Zahlen hochrechnen, müssen wir 2015 in Deutschland mit 500 000 bis 550 000 neuen Asylbewerbern rechnen."

Studt erwartet vom Bund eine Prognose, an der sich Länder und Kommunen orientieren könnten, um eine vernünftige Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zu garantieren. Bislang gehen die Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge von rund 300 000 Asylanträgen in diesem Jahr aus - nach 202 000 im vergangenen Jahr.

Laut 'Welt am Sonntag' haben sich die Länder Nordrhein-Westfalen, Hessen, Schleswig-Holstein und Brandenburg auf Arbeitsebene bei der Behörde für eine Anhebung der Prognose ausgesprochen.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte der Zeitung: "Aufgrund unserer Erfahrung wird die Zahl in diesem Jahr wohl angesichts der weltweiten Krisen deutlicher steigen." Die Länder benötigten eine "realistische Einschätzung" zur Planung.

Das Bundesamt lehnt eine Korrektur seiner Prognose von Februar dem Bericht zufolge derzeit ab. Man halte eine Anpassung für das laufende Jahre für verfrüht, erklärte die Behörde. Die Entwicklung der Asylantragszahlen werde jedoch sehr genau beobachtet.