Bundeskanzlerin Merkel kritisiert Trump für Iran-Entscheidung scharf

11. Mai 2018 - 19:06 Uhr

Bundeskanzlerin spricht auf Katholikentag in Münster

Die Aufkündigung des Iran-Abkommens durch US-Präsident Donald Trump schlägt international weiter hohe Wellen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde von Trumps Entscheidung überrumpelt. Auf dem Katholikentag in Münster hat sie deshalb scharfe Kritik an der US-Regierung geübt. Was Merkel gesagt hat und welche Auswirkungen der Schritt für Deutschland haben kann, erfahren Sie im Video.

Merkel wird deutlich - und bekommt Lob

11.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Münster: Thomas Sternberg (l-r), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken; Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) und Stefan Zekorn, Weihbischof im Bistum Münster, nehmen an der Podiumsdiskussion «Deutschlan
Thomas Sternberg (l.), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Stefan Zekorn, Weihbischof im Bistum Münster.
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve gfh wok

Die Kanzlerin drückte ihr Unverständnis über die Iran-Entscheidung der USA aus. Allerdings gestand sie auch ein, dass der Deal alles andere als ideal sei. Den Rückzieher - trotz aller Absprachen und Abstimmung im UN-Sicherheitsrat - halte Merkel aber für falsch. "Das verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung", betonte die Kanzlerin und erntete dafür viel Applaus. Die US-Regierung verhängte bereits am Donnerstag neue Sanktionen gegen den Iran. Diese könnten auch europäische Firmen treffen, die im Iran aktiv sind.

Vor 4.000 Besuchern des Katholikentags sprach Merkel in der Halle Münsterland über die unterschiedlichen Konfliktherde der Welt. Syrien, die Ukraine und eben der Iran kamen zur Sprache. Nach Trumps Ankündigung wolle man weiter mit Teheran sprechen. Merkel habe telefonisch bereits mit Irans Präsident Hassan Ruhani und dem russischen Staatschef Wladimir Putin gesprochen. "Inwieweit wir dieses Abkommen überhaupt am Leben erhalten können, wenn eine riesige Wirtschaftsmacht nicht mitmacht, das muss jetzt besprochen werden", schränkte Merkel ein.

Insgesamt erfuhr die Kanzlerin in Münster viel Zuspruch für ihre Politik. Bei einer Podiumsdiskussion stelle sie sich den Fragen des Publikums. Der Präsident des Zentralrats der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, lobte Merkel dafür, dass sie das Schicksal der Flüchtlinge als eine Frage von Humanität betrachtet. "Dafür bleiben wir Ihnen dankbar", unterstrich Sternberg.

Quelle: DPA / RTL.de