FDP-Ministerpräsident mit AfD-Stimmen gewählt

Angela Merkel über Thüringen-Wahl: Vorgang ist "unverzeihlich"

06. Februar 2020 - 11:47 Uhr

Angela Merkel äußert sich über umstrittene Thüringen-Wahl von Thomas Kemmerich

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten mit AfD-Stimmen als "unverzeihlich" kritisiert. Das Ergebnis dieses Vorgangs müsse rückgängig gemacht werden, sagte Merkel am Donnerstag bei einem Besuch in Südafrika und stellte sich damit indirekt hinter Neuwahl-Forderungen. Das ganze Statement der Kanzlerin sehen Sie im Video oben.

Wahl von FDP-Mann Kemmerich hat "mit Grundüberzeugungen" gebrochen

Die Wahl von Thomas Kemmerich habe mit Grundüberzeugungen der CDU und auch ihren eigenen gebrochen, sagte Merkel. Sie nannte den gestrigen Dienstag einen "schlechten Tag für die Demokratie". Die CDU dürfe sich nicht an einer von Kemmerich geführten Regierung in Thüringen beteiligen.

Thüringen-Wahl löst Beben in der deutschen Bundespolitik aus

Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich war am Mittwoch im Thüringer Landtag überraschend mit den Stimmen von Liberalen, CDU und AfD zum Regierungschef gewählt worden. Der Kandidat der FDP, die im Herbst nur knapp den Sprung in den Landtag geschafft hatte, setzte sich gegen den bisherigen Regierungschef Bodo Ramelow von den Linken durch. Es war das erste Mal, dass die AfD einem Ministerpräsident ins Amt half. Die Entscheidung, die Wahl anzuerkennen, war von Vertretern aller Parteien sowie Medien aufs Schärfste kritisiert und von vielen als "Dammbruch" in der deutschen Politik bezeichnet worden.