Bundesinnenministerium fordert Bußgeld für Imame, die Kinderehen schließen

Imame sollen bald für geschlossene Kinderehen zahlen (Symbolbild).
Imame sollen bald für geschlossene Kinderehen zahlen (Symbolbild).
© deutsche presse agentur

03. November 2016 - 13:52 Uhr

Bußgeld soll bis zu 1.000 Euro betragen

Das Bundesinnenministerium hat sich dafür ausgesprochen, dass Imame künftig in deutschen Moscheen keine Heiratsrituale mit minderjährigen Mädchen vollziehen dürfen. Tun sie dies dennoch, soll ihnen ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro drohen, wie die Zeitung 'Die Welt' berichtet.

Fassade mit Schriftzug "Bundesministerium des Inneren"
Das Bundesinnenministerium fordert ein Bußgeld für Imame, wenn sie Minderjährige verheiraten.
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Diesen Vorschlag hat das Bundesinnenministerium im Rahmen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe gemacht. Ihr gehören Vertreter aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein sowie Verantwortliche aus dem Kanzleramt, dem Justiz- Innen- und Familienministerium.

Die Gruppe war im September gegründet worden, um über die Anerkennung von im Ausland geschlossenen Ehen zu beraten. Außerdem sollen Regelungen zur Ehemündigkeit in Deutschland überarbeitet werden.

Ein Ziel ist es, dass Ausnahmeregelungen abgeschafft werden. Eine Heirat mit 16 Jahren soll dann nicht mehr möglich sein. Dafür haben sich Union und SPD bereits ausgesprochen. Grundsätzlich ist es in Deutschland erst mit 18 erlaubt, zu heiraten.

Eine Änderung des Eherechts soll noch bis Ende des Jahres vorgelegt werden.