Bundesinnenminister verbietet Rockerclub Satudarah

24. Februar 2015 - 19:45 Uhr

Großeinsatz der Polizei gegen Rockerclub

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den als gefährlich geltenden Rockerclub Satudarah MC verboten. Die Polizei stürmte bundesweit Vereinsheime und Wohnungen von Satudarah-Mitgliedern, um das Verbot durchzusetzen. Schwerpunkt der Aktion war Nordrhein-Westfalen.

Bundesinnenminister verbietet Rockerclub Satudarah
Die niederländische Rockergruppe Satudarah versuchte seit 2012 in Deutschland Fuß zu fassen.
© dpa, Daniel Naupold

"Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", teilte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin mit. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) begrüßte das Verbot.

Waffen und Drogen gefunden

Die größten Einsätze gab es in Duisburg und Aachen, wie die Polizei mitteilte. Aber auch in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Bremen waren Spezialkräfte der Polizei im Einsatz. "Ziel war es, das Vereinsverbot praktisch umzusetzen", sagte ein Sprecher der Essener Polizei, die den Einsatz in NRW leitete. So beschlagnahmten die Beamten das Vereinsvermögen von Satudarah und stellten Rockerkutten sicher. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben.

Der Bundesinnenminister habe der niederländischen Gruppe jede Tätigkeit im Inland untersagt und die deutschen Teilorganisationen des Clubs verboten, sagte die Ministeriumssprecherin. Die Polizei hatte zuletzt immer wieder Waffen und Drogen bei Mitgliedern der Rockergruppe gefunden. Die Satudarah hatte nach früheren Angaben der Behörden seit 2012 versucht, von den Niederlanden aus in Deutschland Fuß zu fassen.