Bundesgesundheitsminister Gröhe: Impfverweigerung kann anderen schaden

12. April 2015 - 12:24 Uhr

Bundesgesundheitsminister droht mit Impfzwang

Angesichts der nach wie vor hohen Zahl an Masernerkrankungen hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Impfverweigerern mit einem Impfzwang gedroht. Nicht impfen sei verantwortungslos, sagte Gröhe der Deutschen Presse-Agentur und dem NDR und fügte hinzu: "Wir müssen auch der Panikmache einiger Impfgegner entgegentreten".

Bundesgesundheitsminister Gröhe macht sich für Impfungen stark
"Wir müssen der Panikmache einiger Impfgegner entgegentreten", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).
© dpa, Lukas Schulze

Gröhe erläuterte: "Wer ohne medizinische Notwendigkeit seinem Kind den Impfschutz verweigert, schadet nicht nur diesem Kind, sondern auch Kindern, die zum Beispiel zu klein sind, um geimpft zu werden, oder Kindern, die tatsächlich aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können." Angesichts der Zahlen könnten auch weitergehende Schritte wie das Thema Impflicht kein Tabu sein, bekräftigte der Gesundheitsminister. "Wir werden diese Fragen sorgfältig, aber konsequent im Rahmen der jetzt anstehenden parlamentarischen Beratungen zum Präventionsgesetzes debattieren und dann entscheiden."

Gröhe bekräftigte, diese Krankheit sei unnötig, weil es einen wirksamen Impfschutz gebe. Um die Impfquote zu steigern, sei im Präventionsgesetz vorgesehen, die Beratung im Vorfeld des Besuchs einer Kindertagesstätte (Kita) verpflichtend festzulegen. Auch solle bei jeder Jugend- oder Erwachsenenuntersuchung der Impfstatus abgefragt werden. Welche Konsequenzen bei einer Impfverweigerung zu ziehen seien müsse auch mit den Ländern erörtert werden, "damit die da auch Regelungen in ihren Kindergartengesetzen umsetzen können".

Rund ein halbes Jahr nach dem Masernausbruch in Berlin ist noch kein Ende absehbar. Annähernd 1000 Fälle wurden dort seit Oktober gemeldet. 80 Fälle wurden in Thüringen, hier insbesondere in Erfurt registriert, 75 in Bayern. In Berlin sind den Behörden zufolge mindestens 330 Kinder zeitweilig von Kitas und Schulen ausgeschlossen worden.