Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche IS-Frau in München an

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
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23. Dezember 2019 - 11:20 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat eine Frau wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München angeklagt. Außerdem soll sie Kriegsverbrechen begangen und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben, teilte die Behörde am Montag in Karlsruhe mit. Sie habe Zugriff auf Sturmgewehre gehabt.

Die Frau sei im Frühjahr 2016 mit ihrem Ehemann in das IS-Herrschaftsgebiet zunächst in Syrien und später im Irak gereist. Sie hätten an verschiedenen Orten in Wohnungen gelebt, die der IS unter seine Verwaltung gestellt hatte, nachdem die Bewohner geflüchtet waren. Die Frau habe sich um den Haushalt und den im November 2016 geborenen gemeinsamen Sohn gekümmert.

Die Angeschuldigte kehrte nach Angaben der Bundesanwaltschaft im April 2018 nach Deutschland zurück, nachdem kurdische Sicherheitskräfte sie des Landes verwiesen hatten. Sie wurde heuer im August in Bayern festgenommen und kam zunächst in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde im September außer Vollzug gesetzt.

Quelle: DPA