'Bundes-Berti' redet Tacheles: Vogts will 'Die Mannschaft' beerdigen

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4. September 2018 - 17:23 Uhr

Ein Begriff für die Müllkippe

Klare Worte, klare Kante: Berti Vogts hat sich in seiner neuen Rolle als DFB-Beirat gleich zu Wort gemeldet. Und das deutlich. Den Begriff 'Die Mannschaft' wolle er lieber gestern als heute abschaffen, wetterte der ehemalige Bundestrainer. Immerhin der Slogan, unter dem die Nationalmannschaft seit Jahren Deutschland in aller Welt vertritt.

Deutliche Worte findet auch Nitro-Experte Steffen Freund - seine Meinung im Video:

Vogts fordert mehr Stolz

Das ist ein negativer Begriff", meinte Vogts, "denn es ist nicht 'Die Mannschaft'. Das ist 'Die deutsche Nationalmannschaft'. Dieses Bewusstsein ist verlorengegangen und verschenkt worden. Das ist das Wichtigste, das man im Herzen tragen muss. Für eine 'Mannschaft' kann ich jede Woche spielen – auch in der Kreisliga."

Als Nationalspieler müsse man diese Identifikation auch nach außen tragen, betonte Vogts. "Für mich ist es unverständlich, wenn jemand in Zivil auf der Tribüne sitzt, wenn er verletzt ist oder aus einem anderen Grund nicht auf dem Platz steht. Da muss ich doch mit Trainingsanzug und mit dem Adler auf der Brust zeigen: Ich gehöre zur deutschen Nationalmannschaft, und wir sind ein Team."

"Habe dem Fußball viel zu verdanken"

Seine Meinung wolle Vogts künftig im neu installierten DFB-Beirat klar und deutlich einbringen. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff habe ihn kürzlich "gefragt, ob ich für den Beirat zur Verfügung stehen würde", sagte Vogts der "Sport Bild". "Ich habe Ja gesagt, weil ich dem Fußball viel zu verdanken habe. Darum stehe ich bereit."

Vogts wurde mit der Nationalmannschaft 1972 Europameister und 1974 Weltmeister. Als Trainer führte er die DFB-Elf 1996 zum EM-Titel.