Erst mal nur noch Geisterspiele

Bund und Länder: Profisport nur noch ohne Zuschauer

Geisterspiel im Cottbuser Stadion der Freundschaft Fussball Regionalliga Nordost 2020/2021 FC Energie Cottbus - Berline
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28. Oktober 2020 - 20:40 Uhr

Not und Geisterspiele

Der Profisport in Deutschland darf im November angesichts  dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen noch ohne Zuschauer stattfinden. Das gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Das beschloss Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei den virtuellen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer am Mittwoch. Im Amateursport und Freizeitsport gibt es vorerst einen Stillstand.

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Kleine Sportarten leiden stärker als König Fußball

In der Bundesliga ändert sich durch den Beschluss erst einmal wenig. Für den kommenden Spieltag waren ohnehin schon nahezu alle Partien zu Geisterspielen erklärt worden.

Nach dem ersten Stillstand im März hatten es die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept geschafft, den unterbrochenen Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Bundesliga wieder aufzunehmen - zunächst vor Geisterkulissen.

Für die laufende Saison erhielt die DFL grünes Licht von der Politik, zumindest bis zu 20 Prozent der Gesamtkapazität der Stadien mit Zuschauern füllen zu dürfen. Allerdings hatten die örtlichen Behörden weiterhin das Recht, die Zuschauerzahl zu reduzieren oder gar einen Ausschluss zu veranlassen. Etwas, das nach dem sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionen vielerorts auch geschah.

Stillstand im Amateurbereich

Der Profi-Fußball kann die Auswirkungen des Zuschauerverbots durch die üppigen Einnahmen aus der TV-Vermarktung leichter wegstecken als andere Sportarten. Vor allem Hallensportarten wie Handball, Eishockey, Basketball oder Volleyball dürften unter den Corona-Beschlüssen leiden.

"Die Lage ist angespannt. Wenn wir weiter zurückgeworfen werden, sind wir ratlos", hatte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, schon am Dienstag gesagt.

Die Auswirkungen auf den Amateursport dürften extrem sein. Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Betrieb wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Allein der Individualsport, also etwa alleine joggen gehen, ist weiter erlaubt. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hatte noch am Dienstag auf "Fingerspitzengefühl" der Politik gehofft.

RTL.de/dpa