Segelschiff

Bund der Steuerzahler kritisiert geplanten „Najade“-Nachbau

Abwracken der "Seute Deern"
Das historische Segelschiff «Seute Deern» wird zerlegt. Zuvor war es gesunken.
Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archivbild

Bremerhaven soll ein neues historisches Segelschiff bekommen. Ob die Bundesregierung die dafür notwendigen Gelder bewilligt, ist noch unklar. Der Bund der Steuerzahler Bremen und Niedersachsen hat das Vorhaben nun abermalig kritisiert.

Der Bund der Steuerzahler Bremen und Niedersachsen hat den geplanten Nachbau des historischen Segelschiffs Najade in Bremerhaven abermalig kritisiert. Für uns ein krasser Fall von Steuergeldverschwendung, sagte der Haushaltsreferent Jan Vermöhlen in einer Mitteilung. Ein Nachbau der Najade soll das historische Segelschiff Seute Deern ersetzen.

Zeitweise pausierte das Vorhaben, weil der Bundesrechnungshof es prüfte. Obwohl die externen Finanzkontrolleure des Bundes im März 2022 einen Stopp des Projekts empfahlen, nahm die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) die Bearbeitung des Antrags der Stadt Bremerhaven nach Abschluss der Begutachtung wieder auf. Einem Bericht des Weser-Kurier von Mitte August zufolge ist der Vorgang in Arbeit.

In Bremerhaven würde niemand die «Najade vermissen - zumal seit der Verlegung der Schulschiff Deutschland nach Bremerhaven inzwischen ein mehr als adäquater Ersatz für die Seute Deern gefunden wurde», sagte Vermöhlen. Das Ganze gleicht einem Stück aus dem Tollhaus.

Die Seute Deern brannte 2019 - Monate später sank sie. Der Haushaltsausschuss des Bundestags verständigte sich wenig später darauf, die Mittel für den Erhalt des Schiffs von 17 auf 46 Millionen Euro aufzustocken. 2020 beschloss die BKM mit dem Land Bremen auch aus Kostengründen den Nachbau eines anderen Schiffs: der Najade. Der Ablauf geht aus einem Bericht des Bundesrechnungshofs hervor.

Das Projekt wurde also kurzerhand den zur Verfügung stehenden Fördergeldern angepasst - ungeachtet der doch stets hervorgehobenen, herausragend historischen Bedeutung der «Seute Deern», kritisierte Vermöhlen.