Er ist noch nie erwischt worden!

Bulgarischer Bauarbeiter in Berlin: Deswegen arbeite ich schwarz!

25. März 2019 - 19:22 Uhr

Zoll soll mehr Personal bekommen

Um Schwarzarbeit besser zu bekämpfen, soll der Zoll zusätzliches Personal und mehr Kontrollrechte erhalten. Geschätzt über 200 Milliarden Euro wird in Deutschland durch Schwarzarbeit erwirtschaftet, der größte Teil davon auf dem Bau - aber aufgedeckt wird nur ein verschwindend geringer Anteil. Im Video oben erklärt der Bulgare Ivan K., warum er schwarzarbeitet.

So funktioniert Schwarzarbeit im Baugewerbe

ARCHIV - 07.02.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Beamte des Zoll kontrollieren Bauarbeiter während eines Einsatzes auf einer Großbaustelle im Stadtteil Niederrad. Die Gewerkschaft IG BAU erwartet von der Bundesregierung mehr Anstrengungen im Kampf gegen
Besonders auf Baustellen gibt es viele Schwarzarbeiter.
© dpa, Arne Dedert, ade gfh fdt

Der Anteil der gesamten Schwarzarbeit in Deutschland ist mit 38 Prozent im Bauwesen am höchsten. Das beginnt im Kleinen schnell ein paar Scheine für eine kurze Bauleistung. Doch die organisierte Kriminalität im großen Maßstab bei der Schwarzarbeit wächst.

Ein Beispiel: Eine Baufirma erhält einen Auftrag. Die beschäftigt dafür Arbeiter schwarz, also unter Mindestlohn und ohne Sozialabgaben. Um aber vor dem Auftraggeber legal dazustehen, bestellt er bei einem Mittelsmann, der mit Scheinrechnungen handelt, Rechnungen über Arbeiter mit Sozialabgaben. Abzüglich einer Provision macht die Baufirma dann so ein gutes Plus.

Zollbeamten sollen mehr Rechte bekommen

2018 wurden mehr als 53.000 Arbeitgeber überprüft. Zu wenig - deshalb sollen 2.500 Zollbeamten in den nächsten Jahren zusätzlich eingestellt werden. Mit einem neuen Gesetz sollen sie mehr Rechte für ihre Ermittlungen bekommen. Bisher ist der Zoll nämlich gegen solche Scheinrechnungsfirmen kaum vorgegangen. Durch gezielte Überwachung bei verdachtsfällen sollen Arbeitgeber und Firmen, die im großen Ziel betrügen, nun eher erwischt werden.