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Bulgarien, Rumänien und Serbien drohen mit Grenzschließung

Bulgarien, Rumänien und Serbien drohen mit Grenzschließung

Flüchtlingsstrom
Flüchtlinge strömen aus ihrer Heimat.
dpa, Zoltan Balogh

Strategie, "damit ihre Stimmen besser gehört werden"

Vor dem Brüsseler EU-Balkan-Treffen drohen Bulgarien, Rumänien und Serbien mit der Schließung ihrer Grenzen für Flüchtlinge. Die drei Staaten würden ihre Grenzen abriegeln, sollten Deutschland, Österreich oder andere Staaten dies tun, sagte der bulgarische Regierungschef Boiko Borissow.

"Wir werden unsere Völker nicht zur Pufferzone für die Flüchtlingsströme werden lassen, die zwischen der Türkei und den bereits errichteten Zäunen bleiben werden", betonte der bürgerliche Regierungschef Bulgariens mit Blick auf den ungarischen Grenzzaun.

In der früheren kommunistischen Staatsresidenz Bojana bei Sofia erörterte Borissow mit seinen Amtskollegen aus Rumänien und Serbien, Victor Ponta und Aleksandar Vucic, die Flüchtlingskrise. Von heute an hätten Rumänien, Bulgarien und Serbien eine gemeinsame Strategie, "damit ihre Stimmen besser gehört werden", sagte Ponta. "Serbien, Bulgarien und Rumänien (...) sollen solidarisch mit Europa sein und Solidarität von den europäischen Staaten verlangen", forderte Serbiens Regierungschef Vucic, dessen Land nicht EU-Mitglied ist.

16-Punkte-Plan zu Flüchtlingstreffen

Wegen der angespannten Lage im Südosten Europas hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Staats- und Regierungschefs der betroffenen Länder am Sonntag zu einem Treffen in Brüssel eingeladen. Die Teilnehmer sollen sich dabei vor allem mit der Westbalkanroute der Flüchtlinge befassen. Zur Vorbereitung hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker einen 16-Punkte-Plan an die Teilnehmer verschickt. "Die betroffenen Länder sollten nicht nur übereinander (sprechen) und aufeinander einreden, sondern auch miteinander reden", heißt es in dem am Freitag versandten Entwurf.