Bürgermeister gibt grünes Licht für noch mehr Plätze: Klitschko vs. Joshua in Wembley vor 90.000 Fans

27. Januar 2017 - 14:11 Uhr

Die Schwergewichts-Weltmeisterschaft zwischen Wladimir Klitschko und Anthony Joshua am 29. April (live bei RTL) wird in einem pickepackevollen Wembley-Stadion vor 90.000 Zuschauern stattfinden. Londons Bürgermeister Sadiq Khan genehmigte die Bitte der Veranstalter, die Kapazität für den Mega-Fight im britischen Fußball-Tempel um 10.000 Plätze aufzustocken. Zuvor waren bereits 80.000 Tickets in kürzester Zeit verkauft worden.

Klitschko vs. Joshua bricht britischen Zuschauer-Rekord

"Ich kann es kaum erwarten, den Kampf des Jahres in London zu sehen. Es ist einfach fantastisch, dass ihn eine rekordträchtige Zuschauermenge an einem Weltklasse-Schauplatz wie Wembley zu sehen bekommt", sagte Khan und gab eine Garantie ab: "Wir werden alle Menschen an diesem Tag schnell und sicher transportieren können."

Der Kampf der Generationen zwischen dem dann 41-Jährigen Ex-Champion Klitschko und dem 14 Jahre jüngeren Joshua um die Titel der Weltverbände WBA, IBF und IBO wird damit den britischen Zuschauer-Rekord der Nachkriegszeit (80.000) brechen, den die Supermittelgewichtler Carl Froch und George Groves vor drei Jahren in Wembley aufgestellt hatten. Die Bestmarke für einen Faustkampf auf der Insel datiert auf das Jahr 1939, als im Londoner White City Stadium Len Harvey und Jock McAvoy vor 90.000 Zuschauern um den britischen Halbschwergewichts-Gürtel kämpften.

Bönte: Event des Jahres

ARCHIV - Blick in das neue Wembley-Stadion während eines Trainings in London (Archivfoto vom 21.03.2007). Am 25.05.2013 findet hier das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund statt. Foto: Daniel Hambury/dpa (zu d
Das Wembley-Stadion fasst 90.000 Zuschauer und wird beim Kampf Klitschko vs. Joshua ausverkauft sein.
© dpa, Daniel Hambury

Klitschko-Manager Bernd Bönte ist angesichts dieser Zahlen sicher, dass der Kampf "weltweit eines der größten Events des Jahres wird". Auch Joshua-Promoter Eddie Hearn reibt sich die Hände. "Ich bin entzückt, dass wir auf 90.000 aufstocken können", so der Brite. Insgesamt könnte das Spektakel mehr als 50 Millionen Dollar umsetzen.

Zum Vergleich: Ein Zuschauer-Erlös von mehr als einer Million Dollar wurde erstmals 1921 beim sogenannten 'Kampf des Jahrhunderts' erzielt, als der Amerikaner Jack Dempsey die Schwergewichts-Krone gegen den französischen Europameister Georges Carpentier verteidigte. Damals strömten 90.000 Box-Fans in ein eigens für den Kampf erbautes Holzstadion ('Boyle's Thirty Acres') nach New Jersey.

Der absolute Zuschauerrekord im Boxen stammt aus dem Jahr 1941: Damals schlug Mittelgewichts-Weltmeister Tony Zale seinen Landsmann Billy Pryor vor 135.000 Schaulustigen k.o. Der Eintritt war allerdings frei, da der Kampf im Rahmen einer Messe stattfand, die eine Bierbrauerei arrangiert hatte. 1993 sahen mehr als 132.000 zahlende Mexikaner, wie ihr Volksheld Julio Cesar Chavez Sr. im Azteken-Stadion von Mexiko City den Amerikaner Greg Haugen im Duell um den Halb-Weltergewichts-Titel fünf Runden lang windelweich prügelte.