Bürgerkrieg in Syrien: Bald neue Flüchtlingswelle Richtung Europa?

30. Mai 2016 - 10:07 Uhr

Unübersichtliche Fronten in Syrien

Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen Splittergruppen an vielen Fronten. Mit den russischen Luftschlägen wird die Lage noch unübersichtlicher. RTL-Chefkorrespondentin Antonia Rados schätzt ein, dass es bald eine neue Flüchtlingswelle geben könnte. Es gibt nämlich erste Berichte über tote Zivilisten.

Russische Luftangriffe auf Syrien
Bei den russischen Luftangriffen auf Syrien sollen auch viele Zivilisten getötet worden sein. Das könnte bald eine neue Flüchtlingswelle auslösen.

Russische Kampfjets haben erneut Ziele in Syrien bombardiert. Dabei habe es sich um Stellungen des Islamischen Staates gehandelt, so das russische Verteidigungsministerium. US-Präsident Barack Obama kritisierte die militärische Hilfe für den syrischen Präsidenten Assad scharf. Denn nach westlichen Angaben sollen dabei auch gemäßigte Rebellen getroffen worden sein. "Das ist das Rezept für eine Katastrophe. Das lehne ich ab", sagte Obama.

Viele Zivilisten bei Luftangriffen getötet

Die USA unterstützen die gemäßigten Rebellen und fliegen mit westlichen und arabischen Verbündeten selbst Luftangriffe auf den Islamischen Staat in Syrien. "Normalerweise werden solche Luftangriffe von den einzelnen Nationen koordiniert, damit es nicht zu Zwischenfällen kommt", so Rados. "In einem bewaffneten Konflikt ist aber alles möglich."

Bei den Luftanschlägen sind nach Angaben von Aktivisten in Syrien innerhalb von vier Tagen 39 Zivilisten getötet worden. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, waren unter ihnen acht Kinder. "Das könnte eine neue Flüchtlingswelle auslösen", kommentiert Rados die angespannte Situation. Und darauf ist niemand vorbereitet.