Bürgerkrieg im Jemen betrifft auch die Tiere: Dieser Löwe kämpft mit aller Kraft ums Überleben

30. Juni 2016 - 11:59 Uhr

Er kann vor dem Krieg nicht fliehen, er ist seinem Leiden ausgesetzt...

Wer den Film 'König der Löwen' kennt, der weiß, dass der Löwe als die prächtigste und anmutigste Kreatur im ganzen Tierreich gilt, eben als der 'König der Tiere'. Ganz anders jedoch dieses Tier: Verwundet, völlig abgemagert und verwahrlost kämpft ein einst stolzer Löwe einsam um sein Überleben.

Grund dafür ist der blutige Bürgerkrieg, der schon seit Monaten im Jemen tobt und das Land zerrüttet. Das alltägliche Leben ist dort außer Kraft gesetzt – ganz besonders schlimm spüren das die Tiere im Zoo der Stadt Taiz, wo die Folgen der andauernden Auseinandersetzungen immer deutlicher werden: Mehr als 280 Tieren droht der Hungertod – 12 Löwen sind bereits verhungert.

Hinter Gitterstäben gefangen, heult der stark geschwächte Löwe täglich in seinem viel zu kleinen, blutverschmierten und mit Urin verschmutzten Gehege - er ist nur noch ein Schatten seiner Selbst.

Doch zwischen allen Explosionen, Schießereien und Angriffen gibt es noch eine kleine Gruppe Freiwilliger, die das traurige Geschöpf nicht vergessen haben und sich für sein Überleben einsetzen. Ein ganz besonderer Helfer ist Bassam Al-Hakimi. Als ehemaliger Internet Café-Besitzer und Ingenieurstudent verlor er selbst sein ganzes Hab und Gut. Ihm liegt der verwahrloste Löwe sehr am Herzen. Deshalb hilft der 25-Jährige anderen Hilfsorganisationen wie SOS Zoo und Bear Rescue Group, um Spenden aus aller Welt zusammenzusammeln.

Sein Anliegen ist es, alle 266 Zoo-Bewohner vor dem Verhungern zu retten: "Natürlich sind viele Tiere sehr traurig. Wenn ich vor ihren Käfigen stehe und höre, wie der Löwe traurig aufheult, dann bricht mir das fast das Herz", zitiert ihn die 'Daily Mail'.

"Die Tiere können nichts tun, sie können in ihren Käfigen nur auf den Tod warten"

Die Kosten für die Pflege sind jedoch immens: Mehr als 3.000 Euro sind für Nahrung und medizinische Versorgung allein für die Löwen und Leoparden nötig. Daneben gibt es auch noch Affen, Pferde, Hirsche, Vögel und Reptilien, die genauso Hunger leiden müssen. Ganz zu schweigen von der hygienischen Situation, die die Gesundheit der geschwächten Tiere immer stärker beeinträchtigt.

Mittlerweile konnten Bassam und sein Team durch ihre Arbeit bereits einen großen Erfolg erzielen. Mit einer Spendensumme von umgerechnet über 77.000 Euro können sie den Tieren für eine kurze Zeit wirklich helfen und vor dem sicheren Tod retten.

Um die Tiere jedoch regelmäßig zu behandeln, nimmt der 25-Jährige viel in Kauf, denn er riskiert jeden Tag sein Leben. "Wir Menschen zahlen den Preis für diesen Krieg, aber die Tiere sind am schwersten betroffen, denn sie können nichts dagegen tun. Sie können in ihren Käfigen nur auf den Tod warten."

Für den Tierschützer ist aber eins klar: "Tiere sind Lebewesen genau wie wir. Sie haben das Recht in Frieden zu leben, ich helfe ihnen, weil ich nicht sehen kann, wie sie unter Hunger leiden und es ist unsere Aufgabe als Menschen, sich darum zu kümmern."