Klage gegen "Einkauf aktuell"

Bürgerinitiative: Deutsche Post müllt Briefkästen mit Plastik voll

27. Juli 2019 - 17:33 Uhr

Post: Abbestellung sei nicht möglich

Wöchentlich flattert die "Einkauf aktuell" in fast jeden zweiten Haushalt. Eine Abstellung sei aufgrund des "Massengeschäfts" nicht möglich, argumentiert die Post. Doch nun wehrt sich eine Bürgerinitiative dagegen und will Klage gegen den Konzern einreichen.

Post sorgt für große Mengen Plastikmüll und Altpapier

ARCHIV - 23.05.2014, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Briefträger der Deutschen Post fährt mit einem Fahrrad (E-Bike) über einen Zebrastreifen. (zu dpa "Zeitung: Post zahlt bei neuer Postboten-Ausbildung hohes Gehalt" vom 22.04.2018) Foto: Sebastian
Nach Angaben der Initiative ist das Werbeblatt für große Mengen Plastikmüll und Altpapier verantwortlich.
© dpa, Sebastian Kahnert, skh nic mjh wst kno ins lof

Die Initiative "Letzte Werbung" kritisiert, dass Haushalte die wöchentliche Wurfsendung auch dann bekommen, wenn sie dem Erhalt schriftlich widersprochen haben. Nach Angaben der Initiative ist das Werbeblatt für große Mengen Plastikmüll und Altpapier verantwortlich. Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" darüber berichtet.

Die Post habe keinen Widerspruch akzeptiert, sagte eine Sprecherin der Initiative. "Sie bietet auch keinen alternativen Weg, um sich einfach von der unerwünschten Plastikpost abzumelden." Das Unternehmen sei nicht an einer ergebnisoffenen Diskussion interessiert. "Wir sehen uns daher gezwungen, den rechtlichen Weg zu gehen."

Post: Hefte solle "nicht verdreckt oder nass" ankommen

Postbote
Die Post wirbt bei Werbekunden damit, "Einkauf aktuell" erreiche in 28 Ballungsräumen insgesamt bis zu 20 Millionen Haushalte.
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Ein Post-Sprecher sagte, der Konzern sei sich "der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst" und versuche kontinuierlich, "unser Produkt so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten." Der "WamS" teilte die Post mit, sie ermögliche Kunden bisher nicht die schriftliche Kündigung, weil es in einem Massengeschäft nicht möglich sei, "einzelne Empfänger über Namenslisten auszunehmen". Die Plastikfolie sei notwendig, damit die Hefte "vollständig und nicht verdreckt oder nass" ankämen.

Die Post wirbt bei Werbekunden damit, "Einkauf aktuell" erreiche in 28 Ballungsräumen insgesamt bis zu 20 Millionen Haushalte. Der Konzern gibt keine Umsatz- und Gewinnzahlen für diesen Geschäftsbereich bekannt.