Bürgerinitiative klagt gegen "Einkauf aktuell"

Deutsche Post müllt Briefkästen mit Plastik voll

16. September 2019 - 13:16 Uhr

Post: Abbestellung sei nicht möglich

Wöchentlich flattert die "Einkauf aktuell" in fast jeden zweiten Haushalt - die in Plastik verschweißte Werbesendung der Deutschen Post. Sie ist für den Großteil der Bevölkerung nicht nur lästig, sondern vor allem schlecht für die Umwelt. Eine Abstellung sei aufgrund des "Massengeschäfts" nicht möglich, argumentiert die Post. Doch nun wehrt sich die Bürgerinitiative "Letzte Werbung" dagegen. Im Video zeigen wir, wie sich Verbraucher dennoch gegen die ungewollte Werbung in Plastik wehren können.

Post sorgt für große Mengen Plastikmüll und Altpapier

ARCHIV - 23.05.2014, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Briefträger der Deutschen Post fährt mit einem Fahrrad (E-Bike) über einen Zebrastreifen. (zu dpa "Zeitung: Post zahlt bei neuer Postboten-Ausbildung hohes Gehalt" vom 22.04.2018) Foto: Sebastian
Nach Angaben der Initiative ist das Werbeblatt für große Mengen Plastikmüll und Altpapier verantwortlich.
© dpa, Sebastian Kahnert, skh nic mjh wst kno ins lof

Die Initiative "Letzte Werbung" kritisiert, dass Haushalte die wöchentliche Wurfsendung auch dann bekommen, wenn sie dem Erhalt schriftlich widersprochen haben. Nach Angaben der Initiative ist das Werbeblatt für jährlich eine Milliarde Plastiktüten und eine Million Tonnen Papierverbrauch verantwortlich. Das muss verhindert oder zumindest verringert werden. Im Juni rief die Bürgerinitiative die Website plastikpost.de ins Leben, ein Abmeldeformular für "Einkauf aktuell". Über 70.000 Haushalte haben sich darüber von der Zwangszustellung abgemeldet.

"Wir möchten zeigen, dass es die kleinen Dinge sind, die einen großen Unterschied machen. Wer einen Aufkleber an seinem Briefkasten anbringt, hat ca. 34 Kilo Werbepost im Jahr eingespart. Wenn die Nachbarn es einem gleich tun, und wiederum deren Nachbarn, dann hat man jährlich mehrere Tonnen Papier weniger verbraucht. Es kann also sehr einfach sein, Ressourcen einzusparen!", teilt die Sprecherin der Initiative, Katharina Wallmann, RTL.de mit.

Die Deutsche Post habe jedoch die Widersprüche nicht akzeptiert und möchte ihre Plastikpost weiterhin zustellen. Nun geht "Letzte Werbung" sogar vor Gericht. Das Ziel: Ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs, das besagt, dass man gegen die Zustellung von nicht-adressierter Werbung widersprechen kann.

Was können Bürger tun, die Werbung in Plastik nicht haben wollen?

Postbote
Die Post wirbt bei Werbekunden damit, "Einkauf aktuell" erreiche in 28 Ballungsräumen insgesamt bis zu 20 Millionen Haushalte.
© deutsche presse agentur

Für diejenigen, die keine Werbung in Plastik erhalten möchten, rät Katharina Wallmann von der Bürgerinitiative "Letzte Werbung" auf jeden Fall den Aufkleber mit "Keine Werbung" anzubringen. Meistens hält sich die Post daran. Doch die Bürgerinitiative bleibt weiterhin aktiv, weil ihn nur ein Viertel der Haushalte am Briefkasten angebracht haben, obwohl 76 Prozent keine Werbepost möchten, so Wallmann auf Anfrage von RTL.de.