Budapest: Protest gegen Radioschließung

12. Februar 2016 - 2:06 Uhr

Mehrere tausend Menschen haben in Budapest gegen die drohende Schließung der regierungskritischen Radiostation Klubradio demonstriert. Die Medienaufsichtsbehörde NMHH hatte dem einzigen oppositionellen Rundfunksender in Ungarn zwei Tage zuvor die Sende-Frequenz entzogen. Die Maßnahme wird im ersten Quartal des kommenden Jahres wirksam, wenn ein neues, kommerzielles Radio auf der bisherigen Klubradio-Frequenz FM 95,3 auf Sendung gehen wird.

Mehrere Redner auf der Kundgebung prangerten auch den schleichenden Abbau der Demokratie durch die Regierung des Rechtspopulisten Viktor Orban an. Die Demonstranten drückten auch ihre Solidarität mit mehreren Gewerkschaftern des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus, die sich seit zwölf Tagen im Hungerstreik befinden. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen Manipulationen und politische Einseitigkeit in den Nachrichtensendungen. Die Führungsetagen der Öffentlich-Rechtlichen und die Medienbehörde NMHH werden von Vertrauenspersonen der Regierungspartei FIDESZ kontrolliert.