News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

Buch mit Steve Bannons Enthüllungen über Donald Trump: Verlag zieht Veröffentlichung vor

Michael Wolffs 'Fire and Fury'
Michael Wolffs 'Fire and Fury' Verlag zieht Veröffentlichung vor 01:19

'Fire and Fury – Inside the Trump White House'

Über seinen Anwalt hatte Donald Trump noch versucht, die Veröffentlichung zu verhindern. Doch jetzt hat der Verlag das Erscheinungsdatum wegen der großen Nachfrage spontan sogar vorgezogen: Bereits heute erschien in den USA der Titel 'Fire and Fury – Inside the Trump White House', geschrieben von Michael Wolff. Dass sein einstiger Partner und Berater Stephen Bannon einiges dazu beigetragen hat, hat bei Trump vermutlich zu einem heftigen Wutanfall geführt. Und dem Gefühl, dass ihm da jemand in den Rücken fällt, der sehr viel aus dem inneren Trump-Zirkel weiß.

Steve Bannon und Donald Trump waren dicke Freunde

Bannon und Trump waren dicke Freunde und Verbündete. Sie kämpften zusammen für Donald Trumps Einzug ins Weiße Haus. Dabei schrieben sie sich den Kampf gegen das Establishment von Washington auf die Fahne, scheuten keine Provokation und zogen tatsächlich zusammen ins Weiße Haus ein.

Welche Position würde Steve Bannon einnehmen? Stabschef vielleicht? Letztlich war es egal; viele munkelten, eigentlich sei Bannon der starke Mann, der Trump benutze, um seine eigene Agenda durchzusetzen - bei der Amerika an erster Stelle steht. Im August 2017 dann der Bruch: Der neue Stabschef Donald Trumps, John F. Kelly, hielt nicht allzu viel von Bannons Engagement im Weißen Haus. Man einigte sich mit Steve Bannon auf eine Trennung; er verließ das Weiße Haus und kehrte in seinen alten Beruf bei der Webseite Breitbart News zurück. Trump verabschiedete ihn als Freund, doch es gab Zweifel, ob die Trennung wirklich so harmonisch verlief.

Steve Bannon packt über Russland aus

Donald Trump im Gespräch mit Steve Bannon.
Donald Trump und Steve Bannon: waren einst Vertraute. © REUTERS, CARLOS BARRIA, CB /mel/JRB/TB/mjb

Spätestens jetzt ist das Porzellan allerdings zerschlagen. Donald Trump braucht nicht viele Worte; in einer Pressemitteilung des Weißen Hauses spricht er Klartext über Steve Bannon: Er zweifelt an dessen geistiger Verfassung und beschreibt ihn als Scharlatan. "Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun", so Trump. "Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand." Bannon habe wenig Anteil an seinem Wahlsieg gehabt. Im Weißen Haus habe er sich wichtiger gemacht, als er es gewesen sei.

Das Buch sei voller falscher und irreführender Behauptungen von Menschen, die keinen Zugang oder keinen Einfluss hätten, sagt Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Es sei nicht mehr als "trashige Boulevard-Fiktion".

Die Reaktion wundert nicht, denn Donald Trump kommt in dem Buch nicht gut weg. Und auch gibt es einiges über die Russland-Affäre zu lesen, die FBI-Sonderermittler Robert Mueller zurzeit untersucht. Steve Bannon spricht über ein Treffen von Trumps ältestem Sohn mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfes. Das nennt er "Verrat, unpatriotisch und üblen Mist", wie der britische 'Guardian' berichtet.

Donald Trump Jr. hatte sich von der Anwältin heikle Informationen über die demokratische Gegnerin seines Vaters, Hillary Clinton versprochen. Mit im Raum waren bei dem Gespräch auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort. Bannon sagt darüber: "Die drei ranghohen Herren hielten es für eine gute Idee, in einem Konferenzraum im 25. Stock des Trump Towers eine Vertreterin einer ausländischen Regierung zu treffen – ohne Anwälte. (...) Jemand hätte sofort das FBI rufen sollen." Er widerspricht damit indirekt der Darstellung Trumps, dass es keine geheimen Absprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland gegeben habe.

Verlag zieht Veröffentlichung vor

Donald Trumps Anwälte hatten Bannon bereits in einer Unterlassungserklärung mit rechtlichen Schritten gedroht. Bannons Aussagen gegenüber dem Autor Wolff seien "Rufschädigung durch Verleumdung und Beleidigung", zitierte der US-Nachrichtensender CNN am Donnerstag Trumps Anwalt Charles Harder. Steve Bannon habe zudem eine schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt. Der Verlag reagierte prompt und zog die Veröffentlichung einfach vier Tage auf Freitag vor. Damit war 'Fire and Fury' bereits seit 9.00 Uhr Orstzeit in US-amerikanischen Buchhandlungen verfügbar - und vielerorts schon nach wenigen Miniten vergriffen.

Mehr News-Themen