Empörung über Vorgehen der Sicherheitskräfte in Brooklyn

Brutaler Polizeieinsatz: New Yorker Polizisten trennen Mutter von ihrem Baby

Eine Zeugin filmte den Polizeieinsatz in einer New Yorker Sozialeinrichtung.
Eine Zeugin filmte den Polizeieinsatz in einer New Yorker Sozialeinrichtung.
© Facebook

11. Dezember 2018 - 13:23 Uhr

Zeugin filmte den Einsatz mit dem Handy

Polizeieinsatz in einer Sozialeinrichtung im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Das "Ziel" des Einsatzes: Die 23-Jährige Mutter Jazmine Headley mit ihrem Baby. Eine Zeugin filmte die Aktion mit ihrem Handy, es ist eine verstörende Dokumentation der Ereignisse.

Heftige Vorwürfe gegen junge Mutter

Mehrere Polizisten zerren die Mutter über den Boden, dabei hält sie ihr Baby in den Armen. Die Polizisten versuchen, ihr das Kind zu entreißen. Tumult, Geschrei. Der Einsatz endet mit der Verhaftung der Frau, ihr Sohn landet in der Obhut von Verwandten. Die Vorwürfe gegen Jazmine lauten: Widerstand gegen die Verhaftung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, unbefugtes Betreten und Kindeswohl gefährdendes Verhalten.

Sie suchte nur einen Warteplatz

Heftige Vorwürfe, aber was war eigentlich passiert? Auf der Suche nach einer Tagespflege für ihr Kind sucht Jazmine Headley eine Sozialeinrichtung in Brooklyn auf, wie "BBC News" berichtet. Dort ist es so voll, dass sie sehr lange warten muss. Lisa Schreibersdorf, Anwältin einer Einrichtung, die Bedürftigen umsonst rechtliche Unterstützung gewährt – wird später berichten, dass es in der Wartehalle keine Sitzplätze mehr gibt. Also setzt Jazmine sich auf den Boden. Daraufhin kommt ein Wachmann und fordert sie auf, ihren Platz zu räumen. Allerdings gibt es laut Schreibersdorf nirgendwo anders einen Platz. Es kommt zum Streit, der Wachmann ruft die Polizei. Diese drängt Jazmin nun, die Einrichtung zu verlassen. Doch sie weigert sich. Daraufhin ringen die Beamten sie zu Boden und versuchen, ihr das Baby zu entreißen. Headley ist zu hören, wie sie schreit: "Sie tun meinem Sohn weh." Schließlich verliert sie den Kampf und wird von den Beamten abgeführt.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Makel für die gesamte Stadt"

Das Video des Zwischenfalls wurde auf Facebook seit Freitag knapp 500.000 Mal angesehen und auch Würdenträger der Stadt auf den Plan gerufen. Brooklyns Bezirkspräsident Eric Adams sprach am Montag von einem "Makel für die gesamte Stadt". Es gebe für ein Vorgehen dieser Art keine Rechtfertigung, außer das Kind befinde sich in unmittelbarer Gefahr. Es hätte kein Verbrechen oder Verstoß vorgelegen. Es sei darum gegangen, dass die Frau keinen Stuhl fand.

Stadtratssprecher Corey Johnson sagte, das Vorgehen der Polizei sei "inakzeptabel, schockierend und herzzerreißend". New Yorks zukünftige Oberstaatsanwältin Letitia James sagte: "Keine Mutter sollte das Trauma einer solchen Demütigung, wie sie im Video zu sehen, erleben." Arm sein sei kein Verbrechen, schrieb James auf Twitter und forderte eine umfassende Untersuchung. Die New Yorker Polizei kündigte an, sich genauestens mit den Umständen des Einsatzes und seinen Folgen zu befassen