Vater glaubte, Sohn würde sterben wie George Floyd

New York: Polizist kniet auf Hals von Verdächtigem, bis er das Bewusstsein verliert

07. Juli 2020 - 22:46 Uhr

Yugeshwar Gaindarpersaud wurde von Polizist zu Boden gedrückt

In den USA sind erneut schockierende Bilder eines brutalen Polizeieinsatzes aufgetaucht. Yugeshwar Gaindarpersaud wurde in Schenectady im US-Bundesstaat New York von einem Polizisten vor den Augen seines Vaters bei einer Festnahme auf dem Boden fixiert. Der Beamte kniete auf seinem Hals, so dass der 31-Jährige das Bewusstsein verlor. Der Vater filmte die Szene und flehte den Polizisten an, das Knie vom Hals seines Sohnes zu nehmen. Er glaubte schon, dass sein Sohn nun sterben würde wie George Floyd.

31-Jähriger verliert bei Verhaftung das Bewusstsein

Ein Nachbar hatte die Polizei gerufen, weil seine Reifen aufgeschlitzt waren. Der Polizist hielt Gaindarpersaud offenbar für verantwortlich und wollte ihn festnehmen. Er habe Beweise von dem Polizisten gefordert, erzählt der 31-Jährige nach dem Vorfall. Er habe versucht, von dem Beamten wegzugehen. Im nächsten Moment wurde er zu Boden geschleudert und der Beamte kniete auf ihm. "Er hat sei Knie auf meinen Nacken und meinen Kopf gedrückt", sagt Gaindarpersaud in einem Video. Er habe keine Luft mehr bekommen und dem Polizisten gesagt, er könne nicht mehr atmen.

Doch der Polizist ignorierte ihn. Gaindarpersaud verlor daraufhin das Bewusstsein, erzählt sein Vater. "Er bewegte sich nicht mehr", erinnert er sich. Der Beamte habe seinen Sohn dann sogar noch aufgefordert, die Hände auf den Rücken zu nehmen. Darauf habe der 31-Jährige dann aber schon nicht mehr reagieren können. In dem Moment dachte sein Vater, dass Gaindarpersaud nun das nächste Todesopfer von rassistischer Polizeigewalt in den USA werden würde.

Yugeshwar Gaindarpersaud kommt erst im Krankenhaus wieder zu sich

Doch der 31-Jährige überlebte knapp. "Als ich wach wurde, lag ich im Krankenhaus", erzählt er. "Wenn er mich vielleicht fünf Minuten länger da auf den Boden gepresst hätte, wäre ich jetzt nicht mehr hier." Ihm wird Widerstand gegen eine Verhaftung vorgeworfen.

Vor der Polizeiwache in Schenectady versammelten sich wütende Demonstranten, die die Entlassung des verantwortlichen Polizisten forderten. Auch Gaindarpersaud und sein Vater schlossen sich der Gruppe an. "Wir brauchen keine Polizisten, die uns töten", rief der Vater in ein Megafon.