Weil er eine Gruppe nicht ohne Maske mitfahren lassen wollte

Frankreich: Busfahrer nach brutalem Angriff hirntot

10. Juli 2020 - 19:23 Uhr

Busfahrer wies Mann mit Hund zurück - dann wurde er verprügelt

Wurde er bis zum Hirntod geprügelt, weil er auf die Corona-Schutzmaßnahmen bestand? Eine besonders brutale Attacke auf einen Busfahrer (59) schockiert Frankreich. Auf einer Fahrt in der Nähe von Bayonne im Süden des Landes wies er einen Mann mit Hund zurück, der trotz Maskenpflicht keine Mund-Nase-Masken trug – und auch keinen gültigen Fahrscheine besaß. Es kam zum Streit mit mehreren Männern – einer davon schlug ihm heftig von hinten auf den Kopf. Das berichten französische Medien. Aus Protest legten mehrere Busfahrer aus der Region ihre Arbeit nieder. Die Proteste zeigen wir im Video.

Fünf Menschen nach Angriff auf den Busfahrer festgenommen

Demnach habe der Mann zuerst einem Mann ohne Schutzmaske den Zutritt verwehrt. Anschließend forderte er demnach mehrere Personen, die bereits ohne Maske im Bus waren, zum Aussteigen auf. Aus der Gruppe heraus wurde er dem Bericht zufolge dann angegriffen. Fünf Menschen seien nach der Tat festgenommen worden, berichtete der Radiosender France Bleu in Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Die Polizei sucht nach Zeugen für den Vorfall.

Busfahrer am Abend für hirntot erklärt

Der Busfahrer wurde direkt nach der Tat ins örtliche Krankenhaus gebracht, wo er jetzt auf der Intensivstation liegt. Am Abend wurde er laut der Zeitung "Le Parisien" für hirntot erklärt. Seine Prognose sei ungewiss, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Busfahrer war nach Angaben von französischen Medien verheiratet- Auf Facebook teilte die Gewerkschaft UNSA ein Foto des Mannes mit seiner Frau – viele Menschen nehmen darunter Anteil am Schicksal des Busfahrers.

Busfahrer in der Region legen aus Protest Arbeit nieder

Der Bus fuhr für einen Transportverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen machten den Berichten zufolge Busfahrer des Verbunds von ihrem Recht Gebrauch, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen. Der Transport mit Bussen sei deshalb am Montag weitgehend lahmgelegt gewesen, berichtete France Bleu. Auch am Dienstag wollten die Fahrer demnach ihre Arbeit aussetzen. Für die Busfahrer wurde demnach psychologische Betreuung bereitgestellt.