Brunsbüttel: 154 beschädigte Atommüll-Fässer in stillgelegtem AKW

573 Stahlblechfässer wie diese lagern im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel.
573 Stahlblechfässer wie diese lagern im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel.
© dpa, Vattenfall

08. Dezember 2014 - 20:44 Uhr

Vattenfall legt vorläufige Bilanz vor

Jedes vierte Atommüllfass im stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel in Schleswig-Holstein weist starke Schäden auf. 154 der 573 bislang untersuchten Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in den Kavernen seien erheblich beschädigt, zog der Konzern Vattenfall vorläufige Bilanz. Messungen hätten aber keine gefährliche Radioaktivität gezeigt. Weitere 57 Fässer habe eine Kamera wegen der engen Lagerung in einem unterirdischen Betondepot nicht vollständig einsehen können.

Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) bezeichnete es als "unfassbar, dass man den Atommüll in den Kavernen so lange sich selbst überlassen hat". Wichtig sei jetzt, die Bergung voranzutreiben: "Die Fässer müssen raus, damit wir das unerfreuliche Kapitel der Kavernen abschließen können." Die Bergung aller Fässer - dazu gehören dann auch die bisher nicht erfassten Behälter - soll im nächsten Jahr beginnen.

Dann wird der Atommüll in endlagergerechte Behälter verpackt und auf dem Gelände des Kernkraftwerks zuerst in den bereits vorhandenen Transportbereitstellungshallen gelagert. Später soll der Müll in ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gehen.