Bohrer scheitern am Fels

Bergung des kleinen Julen (2) verzögert sich bis Dienstagabend

21. Januar 2019 - 14:21 Uhr

Experten schießen scharf gegen Bergungsteam

Die Bergung des kleinen Julen (2) aus dem Brunnenschacht im spanischen Totalan verzögert sich weiter. Immer neue Hindernisse treten auf und erschweren die Bohrung des Rettungstunnels. Nach RTL-Informationen ist es daher wahrscheinlich, dass sich die Bergung des Jungen noch bis mindestens Dienstagabend verzögern wird. Im Video ist der aktuelle Stand der Arbeiten zu sehen. Experten erneuern die bereits geäußerte Kritik an der Organisation und den Abläufen der Rettungsaktion.

"Absolutes Chaos" und falsches Material

Das Bergungsteam hängt weiter hinter dem selbstgesteckten Zeitplan zurück, da die Bohrer auf einen massiven Felsblock gestoßen sind. Wegen des großen Verschleißes an Bohrköpfen müssten daher immer neue Ersatzteile an den Schacht gebracht werden, beobachtet RTL-Reporter Andreas Schopf in Totalan bei Malaga.

Experten kritisierten, die Organisation der Bergungsarbeiten sei ein "absolutes Chaos", berichtet Schopf weiter. Es sei falsches Material geliefert worden und die Organisatoren seien mit der Planung überfordert. Diese Kritik deckt sich mit der Aussage des Architekten Jesus Flores Vila, der bereits am Wochenende sagte, die Retter hätten die Lage falsch eingeschätzt und zuerst zu kleine Bohrer an den Brunnenschacht gebracht.

Behörden rechtfertigen sich für improvisiertes Vorgehen

Die zuständigen Behörden weisen die Kritik zurück. Es gebe für den Fall des kleinen Julen, der bereits seit über einer Woche in einem illegal gebohrten Brunnenschacht verschüttet ist, keinerlei Referenzfälle oder Erfahrungswerte. "Da muss man so viel improvisieren", teilten sie mit. Offiziell besteht auch noch die Hoffnung, Julen lebend zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass er wirklich noch lebt, geht gegen null.