Brüssel: EU will Einweg-Plastikprodukte verbieten

27. Mai 2018 - 20:06 Uhr

Adé zu Strohhalmen, Wattestäbchen und Co.

Im Kampf gegen umwelt- und gesundheitsschädliche Müllberge stellt der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger am Montag sein Maßnahmenpaket vor. Unter anderem plant die EU-Kommission ein Verbot von Einweg-Plastikprodukten.

Wir nehmen „täglich kleinste Plastikpartikel zu uns“

Eine Plastiktüte schwimmt über Korallen im Roten Meer in Ägypten am 01.08.2007. Die Vermüllung der Meere steht im Mittelpunkt einer am 30.05.2017 beginnenden dreitägigen Konferenz mit Vertretern der G20-Staaten in Bremen. (zu dpa "Konferenz
EU will gegen Plastikmüll vorgehen
© dpa, Mike_Nelson, mn_sam wst htf tmk jol

Einfach, doppelt und dreifach schützt Plastik die Produkte im Supermarktregal, um dann später ausgepackt und weggeworfen zu werden. Die Plastik-Verpackungen und die Einweg-Plastikartikel wandern in den Müll. Verheerend, denn von da aus geht es wieder zurück zum Konsumenten. Oder vielmehr: in den Konsumenten. "Über die Weltmeere gelangt es in die Nahrungskette, so nehmen wir täglich kleinste Plastikpartikel zu uns", sagt der EU-Abgeordneter Günther Oettinger. Er stellt am Montag in Brüssel eine"Liste mit verzichtbaren Produkten, die man eigentlich verbieten könnte" vor. Geplant ist zudem eine Plastikmüllsteuer, die Verbraucher aber nicht direkt belasten soll.  Oettinger fordert auch eine finanzielle Beteiligung von Herstellern bestimmter Produkte an den Kosten für Umweltsäuberung und Informationskampagnen. Für alle EU-Staaten soll zudem eine Zielmarke gesetzt werden: Bis 2025 sollen mindestens 90 Prozent der Plastikgetränkeflaschen zur Verwertung gesammelt werden. Deutschland macht das schon seit 2003.

Ein Verbot auf einzelne Gegenstände helfe nur zum Teil. Entscheidend für höhere Recyclingquoten sei eine möglichst sortenreine Sammlung sowie der Verzicht auf Schadstoffe, die die Wiederverwertung von Kunststoffen erschweren, kritisiert der Grünen-Abgeordnete Martin Häusling. Jährlich fallen laut EU-Kommission 25,8 Millionen Tonnen Plastikmüll ab. Geschieht nichts, sagen Umweltexperten, schwimmen 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Meeren.