2018 M06 14 - 16:11 Uhr

Rückkehr zur Vollzeitstelle ist bisher oft kaum möglich

Vor allem Frauen kommt das nur allzu bekannt vor: Sie haben Kinder bekommen und im Job auf Teilzeit reduziert, um genug Zeit für Erziehung und Familie zu haben. Jetzt sind die Kinder aus dem Gröbsten raus und sie würden eigentlich schon längst wieder Vollzeit arbeiten - doch steckt man einmal in der Teilzeitfalle, kommt man da gar nicht so leicht wieder raus.

Das Bundeskabinett hat nun einen Gesetzesentwurf für die sogenannte Brückenteilzeit auf den Weg gebracht, die die Rückkehr zur Vollzeit einfacher machen soll.

Brückenteilzeit soll vor allem Frauen aus der "Teilzeitfalle" holen

Am 01. Januar 2019 tritt ein neues Gesetz zur Brückenteilzeit in Kraft: Es schafft die Möglichkeit, für ein bis fünf Jahre Teilzeit zu arbeiten und danach in die Vollzeitstelle zurückzukehren. Diesen Anspruch gab es bisher nur in der Elternzeit oder für eine Pflegeauszeit. Mit der Brückenteilzeit soll sichergestellt werden, dass Arbeitnehmer – aus welchen Gründen auch immer – ihre Arbeitszeit für einen gewissen Zeitraum reduzieren können, ihnen die Tür zurück in die Vollzeit danach aber offen steht. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat den Gesetzesentwurf vorgelegt und sieht diesen als großen Schritt: "Arbeit, die zum Leben passt – das ist für immer mehr Menschen ein entscheidender Wert und für mich ein wesentliches Ziel".

Auch Arbeitnehmer, die momentan in Teilzeit beschäftigt sind, sollen mit dem Gesetz den Wunsch auf Rückkehr in ihre alte Stelle leichter durchsetzen können. Darüber hinaus will Heil mit dem Gesetz einen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und gegen Altersarmut leisten: Vor allem Mütter sollen mit dem Rechtsanspruch auf Brückenteilzeit aus der viel kritisierten "Teilzeitfalle" geholt werden.

Von dem neuen Gesetz werden jedoch nicht alle Arbeitnehmer profitieren: Das Recht auf Rückkehr in den Vollzeitjob wird nach Betriebsgröße gestaffelt. Für wen das Gesetz zur Brückenteilzeit gelten wird, erfahren Sie im Video.