Brot in Berlin so gefragt wie selten: Kuchen geht schlechter

Ein Roggenbrot und ein Brotmesser liegen auf einem Tisch. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

27. März 2020 - 14:31 Uhr

Brot ist in Berlins Bäckereifilialen in Zeiten der Coronakrise gefragt wie selten. Auch Brötchen würden deutlich mehr verkauft, sagte Johannes Kamm, Geschäftsführer der Bäcker-Innung Berlin der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Beim Brot habe es zuletzt zum Teil regelrechte Hamsterkäufe gegeben, einzelne Kunden hätten gleich zehn Kilogramm gekauft - zum Einfrieren.

Das Einkaufsverhalten der Kunden habe sich insgesamt deutlich verändert, sagte Kamm. "Die Nachfrage bei Kuchen hat nachgelassen." "Kuchen zu essen, ist immer etwas Geselliges, die Gelegenheit dazu fällt nun oft weg." Viele Berlinerinnen und Berliner seien außerdem im Home Office. Gerade in der Innenstadt und in den Malls mache sich bei den Bäckern nun bemerkbar, dass die Nachfrage abnehme. "Kuchen ist oft auch ein Impulskauf", sagte Kamm - wer an einer Bäckerei vorbeischlendert, guckt mal rein und kauft, was er sieht.

Bei vielen Berliner Betrieben seien die Umsätze deutlich zurückgegangen, in manchen Fällen um 60 Prozent. Für Berlins Bäckereien insgesamt geht die Innung von einem Minus von 40 Prozent aus. Zwar werde im Laden zum Teil mehr verkauft als sonst, aber die Rückgänge im Café- und im Liefergeschäft ließen sich dadurch nicht wettmachen.

Sorge, in absehbarer Zeit kein Brot und keine Brötchen mehr anbieten zu können, gebe es in der Innung nicht, sagte Kamm. Die Grundrohstoffe seien alle ausreichend vorhanden. "Dass Brot und Brötchen nicht mehr gebacken werden können, ist auszuschließen." Mehl, Milch und Hefe gebe es weiterhin. Es könne allerdings sein, dass mal das ein oder andere Spezialbrot weniger im Angebot sei. Eher sei davon auszugehen, dass das Sortiment an Torten übersichtlicher werde.

Quelle: DPA