"In seinem Bauch war ein großes Loch“

Brooklyn: Schießerei bei Grillfest im Park - Davell (†1) im Kinderwagen erschossen

Der keine Davell Gardner Jr. starb nach einer Schussverletzung im Bauch. Zwei Männer hatten aus unbekannte Ursache in einem Park im New Yorker Stadtteil Brooklyn das Feuer eröffnet.
Der keine Davell Gardner Jr. starb nach einer Schussverletzung im Bauch. Zwei Männer hatten aus unbekannte Ursache in einem Park im New Yorker Stadtteil Brooklyn das Feuer eröffnet.
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14. Juli 2020 - 7:12 Uhr

Gewalt in New York eskaliert

Der kleine Davell Gardner saß in seinem Kinderwagen, als zwei Unbekannte plötzlich das Feuer eröffnen. Die Grillparty in einem Park in Brooklyn wurde zum Blutbad: Drei Männer wurden verletzt, eine Kugel traf das Kleinkind in den Bauch. Sein Onkel eilte mit ihm zum Krankenhaus – doch früh morgens dann die erschütternde Nachricht: Davell hat es nicht geschafft.

Das New Yorker Police Department sucht die Täter

"Ich konnte ihn nicht berühren, überall spritzte Blut heraus. In seinem Bauch war ein großes Loch", so sein Onkel E Ross. "Ich habe das Gefühl, dass ich nicht schnell genug war. Ich habe mein Bestes versucht, habe ihn so schnell wie möglich dorthin gebracht. Sie sagten, dass er wieder gesund werden würde." E Ross trug seinen Neffen ins Maimonides Medical Center, ein Ärztehaus in New York. Doch Davell wurde nicht gesund. Er verstarb am Morgen des 12. Juli.

Davell sei klug, witzig und willensstark gewesen. Ein aufgeweckter kleiner Junge, der sein ganzes Leben noch vor sich hatte. Seine Mutter sei am Boden zerstört. "Sie ist an einem Punkt, an dem sie nicht mehr hier sein möchte", so Ross. "Das ist so schmerzhaft", sagte Bürgermeister Bill de Blasio bei einer Pressekonferenz. "Es ist nichts, wo wir jemals wegschauen können."

New York: 15 Menschen in 15 Stunden angeschossen

Die Zahl der Schießereien in der Millionenmetropole ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. In den ersten rund sechs Monaten des Jahres gab es laut New Yorker Polizei 585 Vorfälle mit Schüssen, im vergangenen Jahr waren es 381 gewesen. Dabei starben 181 Menschen im Vergleich zu 147 im Vorjahr. Rund ein Drittel der Schießereien in diesem Jahr fiel allein auf den Juni. Unter anderem starben in den vergangenen Wochen ein 15 Jahre alter Teenager und ein Mann, der gerade mit seiner sechsjährigen Tochter die Straße überquerte.

Bürgermeister de Blasio versprach ein härteres Vorgehen und gab der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die Menschen die Schuld. Andere Politiker sahen die Schuld bei den Reformen von Polizei und Justizsystem. So wurden aufgrund der Coronavirus-Pandemie unter anderem viele Gefängnisinsassen, die beispielsweise nur noch eine geringe Reststrafe vor sich hatten, frühzeitig entlassen. Andere Politiker bemängelten eine ungenügende Arbeit der New Yorker Polizei.

Dass die New Yorker Kriminalitätsrate im Sommer steigt, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Zudem sind die Zahlen noch weit von den Rekorden der frühen 90er Jahre entfernt, als in der Metropole teils mehr als 2.000 Menschen pro Jahr erschossen wurden.