Britisches Parlament lehnt Legalisierung von aktiver Sterbehilfe ab

Die Debatte um Sterbehilfe ist nicht nur in Deutschland aktuell.
© dpa, Oliver Berg

12. September 2015 - 17:02 Uhr

Deutliche Entscheidung im Sinne Camerons

Das britische Parlament hat nach einer langen und emotionalen Debatte gegen ein Gesetz zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe gestimmt. Das Gesetz hätte es unter sehr streng festgelegten Umständen tödlich kranken Erwachsenen erlaubt, medizinische Hilfe für einen Suizid in Anspruch zu nehmen. Das tödliche Gift hätten die Patienten selbst einnehmen müssen.

Es war das erste Mal seit 1997, dass über das Thema im Londoner Unterhaus abgestimmt wurde. Das Votum war deutlich: 330 stimmten für Nein, nur 118 für Ja.

Das Ergebnis zeige, wie "lächerlich abgehoben" die Abgeordneten von der Öffentlichkeit seien, sagte eine Befürworterin. Das Leiden gehe weiter, solange sie sich den Wünschen der Sterbenden gegenüber blind stellten. Gegner der aktiven Sterbehilfe hatten in dem Gesetzentwurf einen drohenden Dammbruch gesehen. Premierminister David Cameron hat deutlich gemacht, dass er den Entwurf ablehnt.