Britische Polizei setzt auf Hightech-Kameras gegen Handy am Steuer und Gurt-Muffel

29. November 2018 - 21:05 Uhr

Polizei: "Auf einer Entfernung von bis zu einem Kilometer Autofahrer erwischt"

Mit dem Handy am Steuer oder ohne Gurt unterwegs: Was von vielen als Kavaliersdelikt abgetan wird, ist lebensgefährlich. Doch Autofahrer werden selten erwischt, weil es für die Polizei schwer ist, Gurt-Muffel und telefonierende Fahrer ausfindig zu machen. In Großbritannien sind dafür jetzt Hightech-Kameras im Einsatz. "Mit der neuen Linse haben wir auf einer Entfernung bis zu einem Kilometer Autofahrer erwischt, die ein Handy am Ohr hatten", erklärt Sean Graham von der Polizei Gloucestershire dem RTL-Korrespondenten Ulrich Oppold.

Kamerakosten werden in nur zwei Stunden durch Strafen gedeckt

Die neue Videotechnik hat sich der RTL-Korrespondent in Großbritannien genau angeschaut. "Diese Kameras kosten 5.000 Euro. Damit zeichnet die Polizei pro Stunde etwa 30 bis 60 Verkehrssünder auf", erklärt Ulrich Oppold. Allein durch Strafen habe die Polizei die Kosten nach zwei Stunden schon wieder reingeholt.

Das liegt auch daran, dass Verkehrssünder in Großbritannien stärker zur Kasse gebeten werden. Mit dem Handy am Ohr erwischt werden, das kostet dort umgerechnet 230 Euro Strafe. In Deutschland werden hingegen 100 Euro Strafe fällig, plus ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Autofahrer in Sicherheit wiegen und aus der Ferne überführen

RTL-Korrespondent Ulrich Oppold bei der Polizei in Gloucestershire vor der Linse der Hightech-Kamera zur Verkehrssünder-Bekämpfung.
RTL-Korrespondent Ulrich Oppold hat sich die Hightech-Kameras von der britischen Polizei im Einsatz zeigen und erklären lassen
© RTL

Die neue Kameratechnik bringt den britischen Ermittlern große Vorteile. Lange bevor Verkehrssünder den Streifenwagen am Straßenrand sehen - und das Handy noch schnell wegstecken oder den Gurt kurz schließen - sind sie bereits im Visier der Gesetzeshüter.