Ehemann gibt sich nach ihrer Verurteilung ahnungslos

Britin (65) angeblich blind und im Rollstuhl - so betrog sie Sozialkassen um eine Million Pfund

Christina Pomfrey aus Runcorn hat die britischen Sozialkassen betrogen.
© Crown Prosecution Service

12. Juli 2020 - 16:24 Uhr

Christina Pomfrey ergaunerte über 15 Jahre monatlich 13.000 Pfund

Mit falscher Identität und erfundenen Behinderungen – unter anderem angebliche Blindheit und die Abhängigkeit von einem Rollstuhl – hat die Britin Christina Pomfrey jahrelang die Sozialkassen um 1.010.091 Pfund betrogen. Die 65-Jährige aus Runcorn wurde im vergangenen Monat zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Ermittler hatten ihren Betrug mit Überwachungskamera-Aufnahmen aufgedeckt. Auf diesen war Pomfrey beim Autofahren, Einkaufen, Zeitung lesen und Spazierengehen zu sehen. Jetzt hat sich ihr Ehemann in der britischen Presse geäußert.

Christina Pomfrey beim Einkaufen
Sieht so jemand aus, der auf den Rollstuhl angewiesen ist? Mit diesen Fotos überführten die Behörden die Betrügerin.
© Crown Prosecution Service

John Pomfrey: "Gerissenste Frau, die ich je gekannt habe"

Die Leute müssten denken, er habe davon gewusst, ist Ehemann John Pomfrey im "Daily Mail"-Interview klar. "Doch ich hatte keine Ahnung davon. Sie hat mein Leben zerstört und ist die gerissenste Frau, die ich je gekannt habe", sagt der 60-Jährige über die Frau, die sich umgerechnet über 1,1 Millionen Euro vom Staat erschlich.

Er heiratete die Betrügerin im Jahr 2005, sie soll sich seit dem Kennenlernen als Millionärin bezeichnet haben und sei immer sehr herzlich und spendabel aufgetreten – so erzählt es der Ehemann. Nach seiner Trennung von seiner Ex-Frau sagte "Tina mir, dass sie sich um mich kümmert und ich mir um nichts Sorgen machen brauchte." Viele Urlaube, ein Auto, der staatlich finanzierte Millionärslebensstil muss John Pomfrey gefallen haben. "Ich fühle mich dumm", sagt er der "Daily Mail" heute.

Richterin findet deutliche Worte

Verurteilt wegen Sozialbetrug in Millionenhöhe: Christina Pomfrey
Christina Pomfrey und ihre Tochter Aimee Brown wurden verurteilt
© DPA

"Das war Geld, zu dem Sie nicht berechtigt waren. Über 15 Jahre haben sie eine Million Pfund von ihren Mitbürgern gestohlen", erklärte Richterin Sophie McKone bei der Verurteilung am Gericht in Manchester. Mit dem Geld hätte Menschen geholfen werden können, die es wirklich verdienen, oder Schulen und Krankenhäuser finanziert werden können. Aimee Brown, Tochter der Betrügerin, wurde wegen Geldwäsche verurteilt, weil sich 80.000 Pfund aus einem der 34 Betrugsfälle der Mutter auf ihrem Konto fanden.