Corona-Krise durchkreuzt alle Pläne

Ärztepräsident: "Glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer Urlaubsreisen machen können"

13. April 2020 - 14:37 Uhr

Kein Sommerurlaub in diesem Jahr?

"Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", ist der deutsche Ärztepräsident Klaus Reinhardt überzeugt. Dies sagte er der "Funke Mediengruppe".

Ärztepräsident Klaus Reinhardt: "Dieser Sommer wird anders"

Der Sommerurlaub werde mit massiven Einschränkungen verbunden sein, glaubt der Mediziner. Selbst bei einer Rückkehr in den Alltag in mehreren Schritten werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. "Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren", sagt Reinhardt.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Hoffnung für Herbstferien

Auch würden Urlaubsländer wie Italien oder Spanien die Probleme noch nicht so weit gelöst haben, dass Tourismus wieder möglich sei. "Ich hoffe aber sehr, dass wir das in Teilen in den Herbstferien machen können - und erst recht im kommenden Jahr", so Reinhardt weiter.

Tourismusverband fordert einmalige Verschiebung aller Sommerferientermine

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern hat eine einmalige Verschiebung aller Sommerferientermine auf August und September vorgeschlagen. Dann seien vermutlich mehr Räume für Ferien- und Freizeitgestaltung wieder freigegeben als im Juni und Juli, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. Auch die Bundesländer, deren Ferienbeginn beispielsweise schon im Juni liegt, könnten sich dadurch von der Flaute der ersten Monate des Jahres 2020 erholen.

Die Tourismusbranche sei überproportional von der Krise betroffen, sagte Woitendorf. "Das Ostergeschäft geht gegen null." Eine Verschiebung hätte auch den Vorteil für die Schüler in den Bundesländern mit einem frühen Sommerferientermin, dass mehr Zeit zum Erlernen des verbleibenden Schulstoffs bleibe.

In den Niederlanden: Deutsche Touristen "derzeit unerwünscht"

NRW-Regierungschef Armin Laschet sagte: "Größere Auslandsreisen kann man sicher im Moment nicht auf einer sicheren Basis nicht planen. Aber wie die Lage im Juli und August oder September ist, wäre heute zu früh zu beurteilen." Vor voreiligen Hotel- und Flugbuchungen sei abzuraten. Selbst in den Niederlanden seien deutsche Touristen "derzeit unerwünscht".

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz sagte im RTL-Interview: "Fix ist, dass wir uns die nächsten Monate da und dort in verschiedensten Lebensbereichen weiter massiv einschränken werden müssen, damit so etwas wie neue Normalität gelingen kann."

Tipps vom RTL-Urlaubsexperten Ralf Benkö

Wer jetzt gerade einen Sommerurlaub plant, sollte besser noch warten. Das rät RTL-Urlaubsexperte Ralf Benkö: "Eine Reise für den Sommer zu buchen, macht gerade noch keinen Sinn. Es ist zu erwarten, dass Urlaub in Deutschland als Erstes wieder möglich wird, sobald die Ferienregionen wieder Gäste zulassen. Flug-Pauschalreisen hängen von viel mehr Faktoren ab: Welche Grenzen sind offen, welche Airline fliegt, welche Urlaubsorte lockern die Ausgangs- oder Reisebeschränkungen. Da kann derzeit noch niemand voraussagen, wann man genau wieder wohin reisen kann."

Ein Tipp: Kontaktieren Sie im Zweifel Ihr Reisebüro. Das kennt die aktuelle Situation im Urlaubsland und weiß, ob es möglich ist, zu buchen.

Deutschland will in allen Bereichen schrittweise wieder hochfahren, das gilt auch für die Tourismus-Branche: "Kreuzfahrt-Reedereien überlegen, ab Mitte Juni erste Schiffe ablegen zu lassen, mit weniger Passagieren als sonst und besonderen Vorsichtsmaßnahmen, als eine Art Test. Vermutlich werden auch solche Fahrten erst einmal in Deutschland starten und mehr Zeit auf See als in Häfen zubringen. Es besteht also gewisse Hoffnung für Reisen im Sommer", sagt Ralf Benkö.

Wie besiegen wir Corona? Sehen Sie dazu die spannende TVNOW-Doku: "Stunde null - Wettlauf mit dem Corona-Virus" (Teil 2)