Der bequeme Weg zur Stimmabgabe

Bundestagswahl: So wählen Sie per Briefwahl

Briefwahl nicht erst seit Corona immer beliebter

Die Briefwahl könnte in diesem Jahr auf Rekordhöhe hochschnellen. Das ist eine besondere Herausforderung für alle Wahlkämpfer. Statt wie sonst etwa 30 Prozent könnten diesmal mehr als die Hälfte der Wähler lange vorher ihr Kreuz machen, schätzen Experten.

Was aber ist zu beachten, wenn Sie per Briefwahl abstimmen möchten?

Jeder darf per Briefwahl wählen

Grundsätzlich darf jeder im Wahlverzeichnis registrierte Wahlberechtigte per Briefwahl abstimmen, ohne Angabe von Gründen. Möchten Sie von diesem Recht Gebrauch machen, müssen Sie als erstes bei Ihrer Gemeinde einen Wahlschein beantragen, entweder indem Sie persönlich vorstellig werden oder indem Sie einen schriftlichen Antrag stellen (funktioniert auch per E-Mail oder Fax). Bei vielen Gemeinden kann man auch online einen Antrag stellen.

Ein vorgedruckter Antrag liegt außerdem der Wahlbenachrichtigung bei. Sie müssen allerdings nicht warten, bis Ihre Wahlbenachrichtigung eingetroffen ist. Sie können den Antrag auch schon vorher stellen. Doch beachten Sie: Die Unterlagen können erst versandt werden, wenn die Kandidaten offiziell feststehen, also circa sechs Wochen vor der Wahl. Dennoch sollten Sie den Antrag so früh wie möglichst stellen, spätestens aber bis zum Freitag vor dem Wahltag um 18 Uhr.

LESE-TIPP: Warum passt der Wahlzettel oft nicht in den Umschlag?

Briefwahl: Stimmzettel muss am Wahlsonntag spätestens um 18:00 Uhr vorliegen

Die Unterlagen werden üblicherweise an Ihre offizielle Wohnadresse geschickt. Sie können die Unterlagen auch persönlich abholen und dabei direkt Ihre Briefwahlstimme abgeben. Sollten Sie zum Zeitpunkt der Wahl und/oder des Verschickens der Wahlunterlagen im Ausland sein, können Sie Sich die Unterlagen auch dorthin schicken lassen. Und natürlich können Sie von dort aus auch wählen. Wichtig ist nur, dass Sie Ihren Stimmzettel rechtzeitig abschicken, je nach Ort am besten per Luftpost. Denn ihr Stimmzettel muss am Wahlsonntag um 18:00 Uhr an seinem Bestimmungsort eingetroffen sein.

Sie erhalten mit dem Wahlbrief folgenden Unterlagen:

  • Wahlschein
  • Stimmzettel
  • Einen blauen Umschlag für den Stimmzettel
  • Einen roten Umschlag, um die Unterlagen zu verschicken

Nun können Sie wählen. Erst- und/oder Zweitstimme abgeben, möglichst allein oder unbeobachtet, aufgrund des Wahlgeheimnisses. Dann legen Sie den Stimmzettel in den blauen Umschlag und kleben ihn zu. Diesen blauen Umschlag legen Sie zusammen mit der unterschriebenen eidesstattlichen Erklärung auf dem Wahlschein in den roten Wahlbriefumschlag. Dann können Sie den Umschlag entweder unfrankiert in die Post geben oder ihn persönlich an der auf dem roten Umschlag befindlichen Stelle abgeben. Das war’s. Sollten Sie den Wahlbrief im Ausland abschicken, müssen Sie in allerdings ausrechend frankieren.

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Auszählung : So bleibt das Wahlgeheimnis auch bei der Briefwahl gewahrt

Der Bundeswahlleiter empfiehlt, den Brief in Deutschland spätestens am dritten Werktag vor der Wahl abzuschicken, um sicherzugehen, dass er auch rechtzeitig ankommt. Alle Wahlbriefe, die am Wahlsonntag nicht bis 18:00 Uhr eingegangen sind, werden nicht berücksichtigt.

Die Auszählung der Briefwahlstimmen funktioniert im Grunde genauso, wie die Auszählung im Wahllokal. Die Wahlbriefe werden gesammelt und am Wahltag an die Briefwahlvorstände der entsprechenden Briefwahlbezirke verteilt. Wie die Wahlvorstände im Wahllokal bestehen die Briefwahlvorstände aus mindestens fünf und maximal neun Wahlberechtigten. Davon müssen immer mindestens drei, ab Beginn der Auszählung um 18:00 Uhr mindestens fünf Mitglieder anwesend sein.

Prognose, Hochrechnung, Stimmen: Diese Rolle spielen Briefwähler

Ab 15 Uhr werden die bis dahin eingegangenen Wahlbriefe geöffnet. Es wird überprüft, ob die eidesstattliche Erklärung auf dem Wahlschein unterschrieben ist und ob der Stimmzettelumschlag in Ordnung ist. Dann werden die Stimmzettelumschläge in die Urne eingeworfen. Die Wahlscheine werden getrennt davon aufbewahrt, so dass nicht nachvollziehbar ist, wer wie gewählt hat. So bleibt das Wahlgeheimnis bewahrt.

Um 18 Uhr, wenn die Wahllokale schließen, beginnt auch die Auszählung in den Briefwahllokalen. Alle Briefwahlstimmen, die nach 18 Uhr eintreffen, werden nicht berücksichtigt. Wie alle Wahllokale sind auch Briefwahllokale für die Öffentlichkeit zugänglich, so dass sich jeder Bürger überzeugen kann, dass alles ordnungsgemäß abläuft. Da eine Nachwahlbefragung bei Briefwählern nur schwer möglich ist, werden Briefwahlstimmen in der 18:00-Uhr-Prognose nur aufgrund von Erfahrungswerten bei vergangenen Wahlen berücksichtigt. In den ersten Hochrechnungen sind sie jedoch bereits enthalten.

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