Brexit-Vorbereitung: Frankfurter Briten lassen sich Zeit

20. November 2019 - 17:10 Uhr

Ob geregelter oder ungeregelter Brexit - die Frankfurter Ausländerbehörde möchte Warteschlangen am Tag X vermeiden. Bereits im Oktober seien rund 1200 britische Staatsangehörige angeschrieben worden, die über einen sogenannten langfristigen Aufenthalt verfügen. Sie wurden aufgefordert, bereits vorab die nötigen Antragsunterlagen für den Aufenthalt in der Mainmetropole einzureichen. "Wir wollen versuchen, das zu entzerren", sagte ein Sprecher des Ordnungsamts am Mittwoch. "Wenn alle auf einen Schlag kommen, wird es schwierig."

Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass Großbritannien zum 31. Januar die Europäische Union verlässt. Briten genießen dann nicht mehr die grenzenlose Freizügigkeit von EU-Bürgern. Bisher haben sich nach Behördenangaben nur etwa zehn Prozent der angeschriebenen Briten gemeldet. "Wir vermuten, dass viele sich nicht gemeldet haben, weil viele noch Neuwahlen abwarten", sagte der Sprecher.

Insgesamt wohnen rund 2300 Briten in Frankfurt. Bei der Ausländerbehörde gibt es bereits eine eigene Brexit-Arbeitsgruppe. Doch selbst wenn es zusammen mit dem Brexit wegen Aufenthaltsanträgen in letzter Minute wieder mal zum Wartestau vor der Ausländerbehörde kommen könnte: "Es wird niemand in die Illegalität fallen", versicherte der Sprecher. "Aber das muss trotzdem abgearbeitet werden."

Quelle: DPA